Duderstadt – Tipps & Sehenswürdigkeiten für ein Wochenende

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[Anzeige] Die niedersächsische Fachwerkstadt Duderstadt im Landkreis Göttingen liegt im Herzen Deutschlands im Eichsfeld, einer über 1100 Jahre alten Kulturlandschaft zwischen Harz und Werra. Nach einem intensiven Wochenende in der ehemaligen Hansestadt kann ich sagen, dass Duderstadt ein absolutes Muss für jeden Altstadt- und Geschichtsfan ist, an jeder Ecke wartet Geschichte entdeckt zu werden. Über 600 Fachwerkhäuser aus unterschiedlichen Epochen, das einzigartige historische Rathaus aus dem 14. Jahrhundert, imposante Kirchen und die mittelalterliche Stadtbefestigung prägen das malerische Stadtbild, das nahezu unberührt bleiben durfte. In diesem umfangreichen Beitrag lernst du die schönsten Sehenswürdigkeiten, prächtigsten Fachwerkhäuser sowie einige Stationen der Stadtgeschichte kennen. Außerdem geht es auf einen zauberhaften Ausflug nach Ebergötzen und du erhältst wertvolle Tipps zu Kulinarik und Unterkunft, viel Spaß beim Lesen.

Inhalt

Duderstadt - Eine wohlhabende Handelsstadt

Die Kassen klingelten Erstmals schriftlich erwähnt wird Duderstadt „Tuterstedi“ im Jahr 929 in einer Verfügung König Heinrich I., in dem er u. a. den Ort an seine Frau Mathilde als Witwengut schenkt. Nach mehreren Besitzwechseln wurde 1250 das Stadtrecht erteilt. Unter den Braunschweiger Herzögen entwickelte sich Duderstadt zu einer wohlhabenden Stadt, die Handel bis nach Nowgorod betrieb und Mitglied des Hansebündnisses war. Die Hanse war bis ins 15. Jahrhundert ein mächtiger Verbund wichtiger Kaufmannsstädte, die gemeinsam die Handelswege sicherten, sich im Kriegsfall beistanden und ihre Position im Ausland stärkten. Die Lage an zwei wichtigen Handelsstraßen war für die aufstrebende Stadt extrem vorteilhaft. Ab 1366 stand Duderstadt für etwa 450 Jahre unter Mainzer Herrschaft. Die Stadt hatte Anfang des 15. Jahrhunderts bereits 4.500 Einwohner, fast so viel wie das damalige Hamburg. Duderstadt war eine richtige Supercity. Gehandelt wurde mit dem Exportschlager Duderstädter Bier, Pelzen, Tuch und vielem mehr. Duderstadt war so wohlhabend, man konnte sich sogar zwei direkt gegenüberliegende Kirchen leisten. Den einstigen Reichtum kann man bis heute an den reichverzierten Fachwerkhäusern der Patrizier und Bürger erkennen. 

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Duderstadt

Historisches Rathaus

Zeitreise durchs Spätmittelalter Das Duderstädter Rathaus ist ein richtiger Superstar unter den historischen Rathäusern Europas. 1302 aus Sandstein an der Kreuzung zweier wichtiger Fernhandelsstraßen als Kaufhaus „Kophus“ mit darüberliegender Ratshalle erbaut, zählt es zu den ältesten Rathäusern Deutschlands. 1432 folgte die Erweiterung um einen Kaufhausanbau sowie Ratsstube, Archiv und einen Ratsweinkeller. Nur hundert Jahre später erhielt das Gebäude den beeindruckenden Fachwerkaufbau mit Laube und drei spitzen Türmen. 1674 wurde die steinerne Schautreppe mit einer Überdachung und wunderschön gearbeiteten Skulpturenpfosten im Stil des Barocks aufgewertet. Das Rathaus wird heute vielseitig genutzt, die historischen Räume können auf einem sehenswerten Rundgang erkundet werden. 

Korphus

Ausstellung im Kophus
Rathausmodell

Marktplatz der Händler In der alten Kaufhalle wurde früher das „weiße Gold“ gehandelt, heute beraten hier die Mitarbeiter der Tourist Information ihre Gäste, verkaufen Stadtführungen und die Tickets für die Erlebnisstation Historisches Rathaus und das Westerturm-Ensemble. Eine kleine Ausstellung informiert über den Handel im mittelalterlichen Duderstadt. Hier beginnt auch die Exkursion durch das Haus. Mit dem Fahrstuhl geht es ganz bequem hoch in das 3. Obergeschoss, von dort leitet der „gelbe Faden“ durch die Ausstellungsräume. Los geht´s, ich nehme dich mit!

Dachlandschaft

Turmgeschoss
Ausstellung Civitas

Ein Hoch auf den Fahrstuhl Im Dachgeschoss angekommen, informiert die Ausstellung „Civitas“ über die Stadtentwicklung und die Baugeschichte des Rathauses. Ab hier muss man ein paar Treppen selbst in den höchsten der drei Türme steigen. Wer übrigens denkt, er sei hier oben alleine täuscht sich, denn im Dachstuhl leben in den Sommermonaten ca. 600 streng geschützte Fledermäuse, die man über eine Webcam beim schlafen beobachten kann.

Aussicht auf Duderstadt

Blick zur Basilika St. Cyriakus
Blick zur Pfarrkirche St. Servatius

Wunderschöne Lage Nach nur 2 Treppen Aufstieg, kommt man auch schon oben im Turm an und wird mit einer großartigen Aussicht auf Duderstadts Dachlandschaft und die sanften Hügel des Eichsfelds belohnt. 

Im Rathauskeller

Rathauskeller
Viermannstube
Mittelalterliches Graffiti

Geschichte multimedial erleben Im Rathauskeller angekommen wird es etwas gruselig und so richtig spannend. Die Kellerräume sind mit multimedialen Stationen und Soundeffekten ausgestattet. Den Ratsherren kann man bei ihren geheimen Treffen im Ratsweinkeller zuhören und in der Viermannstube erfährt man mehr über die Hüter der Steuergeldtruhe. Vier Männer konnten nur zusammen mit vier Schlüsseln die Truhe öffnen. Das war clever, denn so konnte keiner in die Truhe greifen. Außerdem überprüften sie die Buchhaltung und führten die Listen der steuerpflichtigen Bürger. Jedes Jahr wurden zwei Männer neugewählt, eine weitere kluge Maßnahme um Machtmißbrauch zu verhindern. Sehr cool ist das „mittelalterliche Graffiti“ an den Gewölbewänden, hier hatten sich die Viermänner, Kassenprüfer, Kämmereischreiber und ein gefangener Priester verewigt.

Folterkammer

Folterkammer

Nichts für schwache Nerven In der ehemaligen Folterkammer ist es kalt, feucht und sehr unangenehm, man kann schon Beklemmungen bekommen. Leichtes Stöhnen und das Klirren der Eisenketten ist zu hören. Es ist nur schwer vorstellbar, dass auf diesem kalten Lehmboden Menschen ausharren mussten. Also, schnell wieder raus!

Wahrzeichenfigur Anreischke

Andreas der Baumeister Täglich zwischen 9 und 19 Uhr, immer zur ungeraden Stunde, begrüßt der Anreischke vom Westturm mit einem Glockenspiel die Bürger und Gäste. Die Wahrzeichenfigur geht wahrscheinlich auf den polnischen Festungsbaumeister Andreas, auf Plattdeutsch „Anreis“ (damals sprach man in Duderstadt plattdeutsch) zurück, der 1502 am Wall arbeitete. Er trieb die Bauern der Umgebung stark zu Frondiensten an, sodass man seinen Namen auf alle Duderstädter übertrug. Obwohl er im Umland nicht sehr beliebt war, entwickelte sich der einstige Spottname zur Selbstbezeichnung der Duderstädter. 

Adresse: Marktstraße 66

Öffnungszeiten: Täglich 10 – 16.30 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 4 €, Studenten 2 €, Kinder sind kostenfrei

Auch als Kombiticket mit dem Westerturm zu 6 € erhältlich

Westerturm

Es muss ja nicht immer alles perfekt sein Der Westerturm ist das letzte erhaltene Stadttor des mittelalterlichen Befestigungssystems und gilt als das markante Wahrzeichen der Stadt. Duderstadt sah sich gezwungen, sich vor Feinden zu schützen und entwickelte ein ausgeklügeltes Verteidigungssystem, das in Teilen bis heute noch erhalten ist und erkundet werden kann. In Etappen entstanden ein 3,3 km langer Schutzwall mit Knicks, mehrere Warten, eine 1.700 km lange Stadtmauer und 4 Stadttore. Um den Westerturm rankt sich eine teuflische Legende. Der Vorgängerbau fiel 1424 einem großflächigen Stadtbrand zum Opfer. 1506 wurde der Wiederaufbau des Turmes beendet, jedoch mit einem markanten Konstruktionsfehler. Die Turmspitze hatte sich schraubenartig gedreht. Die Legende liefert eine Begründung für den Baufehler. Demnach soll der Teufel die Duderstädter Männer zum Trank verführt haben. Auf der Flucht vor den wütenden Ehefrauen klammerte sich der Teufel am Turmknauf fest, riss dabei die Spitze herum und floh über die Mauer aus der Stadt…

Westerturm - Ensemble

Must see Die Stadtgeschichte kannst Du interaktiv auf drei Ebenen in den modern gestalteten Erlebnisstationen der Dauerausstellungen „Stadtluft macht frei“ und „Schießrituale und Stadtverteidigung“ des Westerturm – Ensembles erleben. Ein Rundgang führt durch das neu sanierte Ensemble, entlang des ältesten Abschnitts der Stadtmauer, über den rekonstruierten Wehrgang zum Georgsturm und schließlich hoch in den Westerturm, von dem Du eine phantastische Sicht auf die Altstadt hast.

Stadtverteidigung

Pflicht zur Verteidigung Im Erdgeschoss ist die mittelalterliche Stadtverteidigung das zentrale Thema. Ein interaktives Modell zeigt wie ein Verteidigungsfall ablief. Es galt als Bürgerpflicht, die Stadt zu verteidigen und zu bewachen, die Stadt hatte im Gegenzug die Aufgabe diese baulich zu sichern. Jedes Jahr musste vor dem Rathaus der Besitz von Waffen bezeugt werden, ansonsten wurde das Braurecht entzogen, auch Frauen und Kinder mussten für den Brandfall über Löscheimer verfügen. Als besonders wehrhaft galten die Armbrustschützen, die ein städtisches Gehalt und Prämien für regelmäßige Schießübungen erhielten.

Schießrituale und Stadtverteidigung

Jeder darf mal Im 1. Obergeschoss kann man seine eigene Treffsicherheit an einer interaktiven Schießsimulation unter Beweis stellen. Sie ist Teil des Themenbereichs „Schießübungen und Stadtverteidigung“. Im Zuge der regelmäßigen Übungen der Armbrustschützen entstand die Duderstädter Schützengesellschaft, die bis heute aktiv ist. Das älteste Schießritual ist das Vogelschießen an Pfingsten. Ein kunstvoll gestalteter Holzvogel wurde als Schießziel vor den Toren der Stadt aufgestellt, wer den Rumpf als letzten Rest abschoss, wurde Vogelkönig. Bis heute ist der traditionelle Wettbewerb fester Bestandteil des Vereinslebens.

Stadtluft macht frei

Stadtluft macht frei nach Jahr und Tag Die Ausstellung im 2. Obergeschoss informiert über die Privilegien und Pflichten der Duderstädter Bürger und erklärt, warum „Stadtluft frei machte“. Die Stadtmauer schützte nicht nur vor Angriffen, sie teilte auch Stadt und Land in einen unterschiedlichen Rechts- und Wirtschaftsraum. Im Gegensatz zur Landbevölkerung genoss die Stadtbevölkerung viele Freiheiten und es waren Unterhaltung, Vergnügungen und Waren geboten. Daher zog es viele Bauern in die Städte. Konnten sie sich dort ein Jahr und ein Tag vor dem Rückforderungsrecht ihres Grundherren entziehen, durften sie bleiben. Die „Stadtluft“ war jedoch nicht nur angenehm, es stank wohl fürchterlich. Die Freiheit hatte auch ihre Schattenseiten. Es gab soziale Unterschiede, die zu Außenseitern und Randgruppen führten. Die Menschen lebten auf engem Raum, Brände und Krankheiten konnten sich rasch ausbreiten. 

Georgsturm

Freudenhäuser & Badstuben Über das 2. Obergeschoss gelangt man auf die Stadtmauer und zum Nachbau des Georgturmes. Hörspiele erzählen im Inneren von dem Leben der Prostituierten als mittelalterliche Randgruppe. Man erfährt über Dirnentrachten, rote Kappen, gemeine Weiber und dem Brettspiel Puff.

Westerturm

Turmerkundung Teile des Westerturmes selbst sind auch begeh- und erlebbar. Informationstafeln erzählen von der Geschichte des Wehrturmes, von baulichen Besonderheiten, Sanierungsmaßnahmen und von der Herausforderung, die historische Befestigungsanlage zu erhalten. 

Adresse: Westertorstraße

Öffnungszeiten: Täglich 11 – 16 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 4 €, Studenten 2 €, Kinder sind kostenfrei

Auch als Kombiticket mit dem Rathaus zu 6 € erhältlich

Spaziergang am Stadtwall

Duderstadts grüne Seite Wichtiger Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlage war das Land um die Stadt selbst. Entlang des Wallgrabens und auf dem 3,3 km langen Wall kann man um Duderstadt spazieren und die Stadt von ihrer grünen Seite erleben. Man erhält idyllische Ein- und Ausblicke auf die Altstadt, blickt in verwunschene Gärten, lauscht Froschkonzerten und wandert unter jahrhundertealtem Baumbestand. Gerade am Abend ist ein Spaziergang um die Stadt eine wohltuende Abwechslung zum städtischen Trubel.

Fachwerkparadies Duderstadt

Inschriften, mit Schnitzwerk gefüllte Brüstungsplatten, Taubänder, Zahnschnitte
Rauten, Füllhölzer mit geschnitzen Blattwerk und Lutherrosen

Stille Zeitzeugen Wer die Schönheit deutscher Fachwerkstädte erleben möchte, kommt um Duderstadt nicht herum. Über 600 Fachwerkhäuser aus unterschiedlichen Epochen sind bis heute erhalten geblieben. Die ältesten Häuser stammen aus dem frühen 16. Jahrhundert und sind herrlich krumm und schief. Du wirst prächtige, reichverzierte Patrizier- und Bürgerhäuser entdecken, die vom Wohlstand der ehemaligen Handelsstadt zeugen, aber auch kleine Handwerkhäuser am Altstadtrand, die an kleine Hexenhäuschen erinnern und deren Haustüren so niedrig sind, dass man den Kopf einziehen muss um sie zu betreten. 

Blendarkaden, Eierstäbe, Schuppenfries
Kämpfende Landsknechte in den Brüstungsplatten, Zahnschnitte, Taustäbe
Omega-Fächerrosetten, Inschriften, Taustäbe, Zahnschnitte

Fächerrosetten & Blendarkaden Duderstadts Fachwerkhäuser sind richtige Hingucker, viele begrüßen mit fantastischen Portalen und Türen, Hausinschriften und detailsreichen Schmuckformen. Sie erzählen von der Reformation, zeigen die religiöse Gesinnung der Erbauer und sind mit verspielten Ornamenten wie Fächerrosetten und Blumenranken verziert. An manchen Fassaden schrecken Fratzen das Böse ab oder sie lächeln den Betrachter liebevoll an. Jedes Haus erzählt eine eigene Geschichte und ist ein stiller Zeitzeuge der bewegten Stadtgeschichte. Ich zeige dir einige der interessantesten Häuser, du darfst sie auf deinem Stadtspaziergang nicht verpassen!

Tabalugahaus Duderstadt

Wenn Gott für uns ist, wer kann da gegen uns sein 1620 erbauten der Bürgermeistersohn Hans Hesse und seine Ehefrau, die Ratsherrentochter Anna, in prominenter Lage direkt neben der St. Cyriakus Kirche im Stil der Renaissance ein wahres Prachtgebäude. Den viergeschossigen Fachwerkbau ließen sie mit kunstvollen Schnitzereien, Inschriften und plastischen Figuren verzieren. Die zwei geschnitzten Figuren über dem schrägen Dielentor stellen wahrscheinlich Landsknechte aus dem 30-jährigen Krieg dar. Das Bibelzitat „SI DEVS PRO NOBIS QVIS CONTRA NOS“ (Wenn Gott für uns ist, wer kann da gegen uns sein) zeugt von der lutherischen Überzeugung des Bauherren, dazu später aber noch mehr. Heute ist das Haus deutschlandweit als Tabaluga Haus bekannt, aber was hat ein kleiner grüner Drache mit diesem Haus zu tun?

Ein Projekt unter Freunden Den kleinen grünen Drachen Tabaluga kannte ich bisher nur vom Kinderkanal KiKA. Ich wunderte mich doch sehr über den Namen für ein Fachwerkhaus. Es steckt aber eine, wie ich finde, traurige aber auch sehr beeindruckende und bewegende Bewandtnis dahinter. Leider wachsen unter uns zu viele Kinder in schlechten und schlimmen Verhältnissen auf. Manche sind schwer traumatisiert und benötigen eine Auszeit und intensive Therapie. Hier kommt Peter Maffays Tabaluga und seine zusammen mit dem Duderstädter Unternehmer Prof. Hans Georg Näder gegründete Gesellschaft „Schutzräume für Kinder gGmbH“ ins Spiel. Maffay bezeichnet das Duderstädter Tabalugahaus als „Projekt unter Freunden“, denn er und der bekannte Unternehmer sind langjährige Freunde. Nach Umbau und Sanierungsmaßnahmen eröffnete 2012 das Tabalugahaus in Duderstadt. Es entstand ein Ort, in dem Kinder aus aller Welt wieder Kraft und neuen Mut schöpfen können. Mittlerweile gibt es mehrere Häuser in Deutschland, Spanien und Rumänien. Ein tolles Projekt, das sich lohnt zu unterstützen. Weitere Informationen findest du auf: www.tabalugakinderstiftung.de.

Hotel zur Tanne

Fachwerkperle mit prominentem Gast In bester Lage, direkt an der Marktstraße neben der  St. Servatiuskirche steht seit 1689 das „Hotel zur Tanne“. Tanne, weil die Hausform vielleicht an eine massive, spitzzulaufende Tanne erinnert? Das imposante Gebäude zählt zu den reichverziertesten der Stadt und ist ein wunderbares Beispiel barocker Fachwerkbaukunst. Üppige pflanzliche und tierische Ornamente zieren die Füllhölzer und unzählige Neidköpfe schmücken die prächtige Fassade. Das mächtige Portal ist von zwei Hermenpilaster gerahmt. Stolz ist man in Duderstadt auf einen prominenten Gast, 1777 übernachtete hier während einer Harzreise der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe.

Adresse: Marktstraße 20

Wankesche Haus

Fachwerk-Highlight des Hochbarocks An der Fassade des 1697 erbauten Wankeschen Hauses an der Steinstraße 2 ist einiges los. Fratzen strecken dir ganz frech die Zuge raus oder blicken dich ganz lieblich an. Insgesamt sind 24 dieser Neidköpfe zur Abwehr von Neid und Missgunst an dem imposanten Eckhaus angebracht. In die Füllhölzern sind kunstvolle Blumenranken eingeschnitzt und es gibt die typischen Fachwerkschmuckformen wie Andreaskreuze, Rauten und Eierstäbe zu entdecken, ein richtiges Fachwerk-Highlight, das du nicht verpassen darfst!

Adresse: Steinstraße 2

Duderstadts Türen

Jülichstraße & Hinterstraße 73

Türenliebe Türen und Portale üben auf viele von uns eine ganz besondere Faszination aus. Auf einem Spaziergang durch die alten Straßen Duderstadts entdeckt man viele prachtvoll verzierte. Jeder Türe ist ein Unikat und erzählt ihre eigene Geschichte. Keine ist exakt wie die andere; Narben, Risse und Verwitterungen zeugen von der vergangenen Zeit und machen den einzigartigen Charakter aus. Viele sind von wunderschön verzierten Rahmen umfasst, manche sind bunt bemalt und mit dekorativen Details, Hausinschriften oder mit einem Oberlichtfenster versehen. Eine repräsentative Tür oder ein pompöses Portal zeugt von Wohlstand und wertet das ganze Gebäude optisch nochmals enorm auf. Ich bin von dem üppig geschmückten Barockportal in der Jüdenstraße und dem reichverzierten Eingang der Hinterstraße 73 total begeistert. 

Faszination Tür Woher kommt eigentlich die Faszination an einem eigentlich ganz üblichen Bauelement? Zum einen beeindruckt natürlich die traditionelle Handwerkskunst, viele gleichen Kunstwerken und sind einfach schön anzusehen. Zum anderen haben Türen eine starke Symbolik, sie stehen für Übergänge zwischen draußen und drinnen, Bekanntem und Unbekannten. Alte Türen verstärken das Gefühl des Geheimnisvollen und man stellt sich die Frage: „Wer ist hier schon alles durchgegangen?“ und „Was liegt dahinter?“ Sie trennen den öffentlichen Raum vom privaten Schutzraum, nicht jeder erhält Zugang in die Privatsphäre. Viele Sprichwörter und Redewendungen handeln von Türen, Übergängen, Hoffnungen, Privatsphären und Lebensentscheidungen. „Wenn sich eine Türe schließt, öffnet sich eine andere“, „Jeder kehre vor seiner eigenen Türe“ oder „Mit der Tür ins Haus fallen“.

Duderstadt - Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße

Fachwerk auf der Deutschen Fachwerkstraße erleben Aus der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstädte entstand 1990 die Deutsche Fachwerkstraße, die sich zu einer der beliebtesten Kultur- und Ferienstraßen Deutschlands entwickelt hat. Auf einer Gesamtlänge von über 3.900 km verbindet die mittlerweile in acht regionale Teilstrecken unterteilte Straße unter dem Motto „Fachwerk verbindet“ über 120 Fachwerkstädte mit ihren Sehenswürdigkeiten, Kulturgütern und abwechslungsreichen Landschaften. Duderstadt liegt auf der nördlichsten Teilstrecke „Von der Elbe zum Harz – die Schönsten im Norden“ und bereichert das Ferienerlebnis mit farbenfrohen Fachwerkhäusern der verschiedenen Stilepochen, schmuckvollen Fassaden und einem einzigartigen Fachwerkrathaus. Die kontrastreiche Strecke punktet mit einer aussergewöhnlichen landschaftlichen Vielfalt, jahrhundertealtes Fachwerk, Backsteinromanik, malerische Flußlandschaften, Schlösser und Burgen warten erkundet zu werden. 

Info: Weitere Informationen zur Deutschen Fachwerkstraße, den Mitgliedsstädten und Regionalstrecken findest Du auf www.deutsche-fachwerkstrasse.de.

Kirchen & Klöster

Kirchen sind mehr als Gotteshäuser und Orte des Gebetes, sie sind und waren stets ein bedeutender Pfeiler des spirituellen Lebens. Ausserdem sind sie von hohem kulturgeschichtlichem und historischem Wert. An ihnen lassen sich sehr gut die einzelnen Epochen studieren, daher lohnt es sich immer auch einen Blick in die örtlichen Kirchen zu werfen. In Duderstadt kannst du innerhalb der Altstadt gleich drei sehenswerte Kirchen besichtigen.

Basilika St. Cyriakus

„Eichsfelder Dom“ Die doppeltürmige Basilika St. Cyriakus thront an der höchsten Stelle des mittelalterlichen Stadtkerns und wird daher auch „Oberkirche“ genannt. Seit 2015 trägt sie den vom Papst verliehenen Ehrentitel  „Basilica minor“. Fast 2.000 Kirchen erhielten bisher den Titel, der ein hohes Alter oder die besondere historische Bedeutung einer Kirche als Zentrum des Glaubens bezeugt. Die aussergewöhnlich schöne Basilika gilt mit dem Rathaus als eines der ältesten Gebäude der Stadt, bereits um 1250 wurde mit dem Bau des Westwerks begonnen. Besonders sehenswert ist der helle und freundliche Innenraum. Mit zahlreichen Kunstwerken aus der Gotik und dem Barock ausgestattet kann man sie als ein kleines kirchengeschichtliches Museum bezeichnen. Auffallend schön sind die 12 Apostelfiguren an den Pfeilern des Hauptschiffes, der Flügelaltar von 1510, die Creutzburg Orgel von 1735 und die kunstvoll gefertigten Prozzessionsstangen der Zünfte.

Pfarrkirche St. Servatius

Gotik meets Jugendstil Gegenüber der Basilika St. Cyriakus, am anderen Ende der Marktstraße am Untermarkt, steht die spätgotische Hallenkirche St. Servatius, auch „Unterkirche“ genannt. Manche sagen, die St. Cyriakuskirche wurde für die Oberschicht erbaut und die kleinere St. Servatius für die ärmere Bevölkerungsschicht. Ob das so war? Ihr Bau begann ab 1370 im Bereich eines ehemaligen sächsischen Königshofes der Königspfalz Quedlinburg, wahrscheinlich an der Stelle, an der eine dem Heiligen Servatius geweihte Pfalzkapelle stand. Zuerst entstand der Chor, ab der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde das Langhaus angebaut. Im 18. Jahrhundert wurde sie mit einer üppigen barocken Innenausstattung ergänzt. 1915 war ein Schicksalsjahr für die damals neu renovierte Kirche. Ein verheerender Brand zerstörte fast die gesamte barocke Innenausstattung, die nun im Stil des Jugenstils erneuert wurde. Im Zuge des Wiederaufbaus entstand auch die aussergewöhnlich aussehende Turmhaube. Überregional bekannt ist die 1977 von Jürgen Ahrend erbaute Orgel. Besonders interessant sind die 1917 von Ernst Jordan gemalten Bilder an der Orgelempore, welche die Bezeugung des Wortes Gottes darstellen. 

Liebfrauenkirche & Ursulinenkloster

Sehenswert Um jungen Mädchen im nördlichen Eichsfeld eine angemessene Erziehung und Bildung zu ermöglichen, wurde im Jahr 1700 das Kloster von Erfurter Ursulinen gegründet. Bis heute findet hier ein aktives Klosterleben statt, an dem Übernachtungsgäste teilhaben können. Die Anlage besteht aus mehreren Gebäuden, der Vorgarten und die 1890 im neuromanischen Stil erbaute Klosterkirche können betreten werden. Die moderne Ausstattung der Liebfrauenkirche überrascht, der Altar steht im Zentrum, die Sitzbänke sind hufeisenförmig herum platziert. 

Duderstadt auf einer Stadtführung kennenlernen

Stadtgeschichte erleben Um in die ereignisreiche Geschichte Duderstadts einzutauchen, hat die Stadt eine Vielzahl an unterhaltsamen und informativen Themen- und Erlebnisführungen für alle Altersgruppen im Angebot. Die Auswahl an Führungen ist wirklich groß, für wirklich jeden ist ein spannendes Thema dabei. Man kann nach Einbruch der Dunkelheit den Nachtwächter auf seinem Rundgang begleiten, in die Sagenwelt der Stadt eintauchen oder exklusive Einblicke in das priviligierte Leben der Frau „Justizrat Hartmann“ erhaschen. Es werden aber auch geführte Wanderungen, Fledermausexkursionen oder spezielle Kinderführungen angeboten. Buchen kannst du die Führungen im Rathaus in der Tourist Information. Das herzliche Team freut sich über jeden Besuch und berät dich gerne zu deinem Aufenthalt in Duderstadt. Ich hatte die Möglichkeit an ein paar Führungen teilzunehmen und bin von der Leidenschaft der Stadtführer mehr als begeistert.

Unterwegs mit Marktfrau Mariken

Unterwegs im 14. Jahrhundert Marktfrau Mariken muss um ihren Ehemann, den Tuchhändler Edgarus bangen. Auf seinen langen Reisen bis nach Nowgorod werden die Händlerkolonnen oft überfallen. Sie geht regelmäßig in die Kirche St. Cyriakus, betet und zündet eine Kerze für ihn an. Auf ihrer 90 minütigen Tour erzählt sie vom Markttreiben, von Schlachtfesten, von den Badern und hat allerlei zur Stadtgeschichte in ihrem Repertoire. Wusstest Du, dass im Mittelalter grün als die Farbe der Liebe galt, was Finnen- Fleisch war oder woher der Begriff Puff kommt? Das ehrbare Weib Mariken erzählt es Dir!

Kräuterfrau Maria Zinke & Henker Meister Hans

Zeitreise in das verruchte mittelalterliche Duderstadt Maria Zinke ist Aufseherin der Hübschlerinnen. Gemeinsam mit ihrem Bruder, dem Scharfrichter Meister Hans, nimmt sie die Gäste mit zu den schönsten Sehenswürdigkeiten, steigt hinab in die gruselige Folterkammer des Rathauses und erzählt äußerst unterhaltsam manch makabre Geschichte über sinnliche Freuden, käufliche Liebe und über freifließende Säfte. Obwohl Meister Hans seit 25 Jahren einen grausamen Beruf hat, ist er ein echt sympathischer Kerl, nur keine Angst! Über seine oft  unangenehmen Pflichten und „peinliche Befragungen“ hat er einiges zu erzählen.  

"Sprechende Häuser" mit Jürgen Sczuplinski

Zeitzeugen der Reformation Martin Luther rief im Zuge der Reformationsbewegung die Anhänger des protestantischen Glaubens dazu auf ihre religiöse Überzeugung an ihren Häusern zu demonstrieren. Zu Beginn der Reformation waren ca. 80 % der Duderstädter lutherisch gesinnt, man könnte sie als richtige Revolluzer bezeichnen. So wurden im frühen 16. Jahrhundert nicht nur Informationen zum Bauherr und Baujahr an den Fassaden angebracht, sondern auch lutherische Hausinschriften mit Bibelzitaten und Auszügen von Kirchenliedern in deutscher und lateinischer Sprache. Man sieht auch öfters gelbe Lutherrosen, heute würden wir sie als sein „Logo“ bezeichnen, das er unter seine Briefe setzte. 

Auf der Suche nach mittelalterlichen Statements Jürgen Sczuplinski ist Duderstadts Experte für Hausinschriften. Auf seiner Themenführung „Sprechende Häuser“ erfährt man wissenswertes über die Reformation, ihre Auswirkung auf die Weltanschauung und lernt, wie man die Häuser der Protestanten von denen der Katholiken unterscheiden kann. Auch diese Führung ist über die Tourist Information buchbar. 

Info: www.tourismus.duderstadt.de

Hotel Zum Löwen Duderstadt

Willkommen sein Ich bin von Duderstadt total begeistert und falls du ebenfalls die malerische Fachwerkstadt selbst erkunden möchtest, empfehle ich dir für deine Auszeit im Eichsfeld das „Design Hotel Resort & Spa Zum Löwen“. Es liegt direkt in der historischen Altstadt am Marktplatz, innerhalb weniger Minuten sind alle Sehenswürdigkeiten fußläufig zu erreichen. Hoteldirektor Kurt Wagner ist ein wunderbar aufmerksamer Gastgeber der alten Schule und geht auf alle Wünsche seiner Gäste ein. Der gebürtige Österreicher ist Hotelier aus Leidenschaft und hat lange für die Althoff-Gruppe sehr erfolgreich bekannte Häuser geführt. Er begrüßt und verabschiedet noch selbst seine Gäste und erhielt erst kürzlich den TOP 50 Hoteliers Award. Die Atmosphäre im Hotel zum Löwen ist familiär und entspannt, es ist so viel Wert sich auf Reisen in einem fremden Haus wohl und willkommen zu fühlen und einen aufmerksamen Ansprechpartner zu haben.

Zimmer & Suiten

Für alles ist gesorgt Die gepflegten Zimmer sind komfortabel, hochwertig, modern und behindertengerecht ausgestattet und verfügen über Smart-TV, WLAN, Appleladestation, Minibar, Zimmersafe, Schreibtisch und teilweise eine gemütliche Sofaecke. Hier könnte man einziehen oder eine längere Zeit verbringen. Im Badezimmer mit Regendusche stehen für einen Hauch von Luxus kostenfrei Pflegeprodukte der Marke Rituals, ein Bademantel, Slipper und ein Handtuchwärmer zur Verfügung. 

Spa Momente

Me-Time Vor dem Frühstück eine Runde im smaragdgrünen Pool drehen oder bis zum Abendessen erholsame Saunagänge und die wohltuende Wirkung der Salzgrotte aus Königssalz genießen, im Spa Bereich mit Fitnesscenter kann man sich richtig entspannen, zur Ruhe kommen und gutes für sich selbst tun. Für die ganzheitliche Auszeit sind unterschiedliche Massage-Pakete buchbar. Ob mit Aromen, wärmenden Ölen oder heißen Steinen, Massagen lockern Verspannungen und bringen Körper und Geist in Einklang, perfekt auch für Regentage oder einen Wellness-Kurzurlaub in der kalten Jahreszeit!

Restaurant Zum Löwen Duderstadt

Königsberger Klopse
Lachswürfel an Asia Glasnudelsalat
Kaffeemouse, Bananeneis und Fruchtratatouille

Kulinarische Einflüße aus der ganzen Welt Die Freude war groß, als ich im hoteleigenen Restaurant „Zum Löwen“ auf der Speisekarte Königsberger Klopse mit Kartoffelbrei und Wildkräutersalat fand. Die ostpreußischen Hackfleischklöpse sind eines meiner absoluten Leibspeisen, leider sind sie bei mir in Süddeutschland nicht allzu oft zu finden. Küchenchef Martin Borchardt zaubert hervorragende deutsche Klassiker, aber auch Gerichte aus der ganzen Welt. Der Abend begann mit einem kleinen Gruß aus der Küche, es wurden Baguettescheiben, Olivenöl, Meersalz und Karamellbutter gereicht. Sehr spannend war die Vorspeise, ich wählte die gebratenen Lachswürfel an Asia Glasnudelsalat mit Thaivinaigrette und Ananas. Die Kaffeemousse mit Irish Coffee Gelee, Bananeneis und Fruchtratatouille waren der gelungene Abschluss der kulinarischen Genussreise.

Frühstück im Wintergarten

Kein Wunsch bleibt offen Das abwechslungsreiche Frühstücksbuffet wird im lichtdurchfluteten Wintergarten serviert. Auch hier ist der Service wieder erstklassig und zuvorkommend. Am ansprechend gestalteten Buffet findet man wirklich alles, um genussvoll in den Tag zu starten. Vor allem die Auswahl an frischem Obst und Aufschnitten finde ich richtig toll. Nachmittags werden hier auch feine Kuchen und Torten angeboten und bei gutem Wetter kann man die Kaffeepause im Innenhof genießen.

Adresse: Marktstraße 30

Bioladen Lebenskunst Duderstadt

Bio-Bistro im Bio-Laden Direkt am Marktplatz hat Nadine Eberhardt ihren Naturkost-Laden „Lebenskunst“. Der Bioladen bietet nicht nur eine große Auswahl an hochwertigen Bio-Produkten an, sondern auch noch leckeres Essen in bester Bio-Qualität. Man kann zwischen wechselnden vitaminreichen Tagesgerichten, Salaten, Suppen, Snacks und Gebäck zum Café wählen und sitzt im Verkaufsraum mit Blick zum Marktplatz. In den warmen Monaten kann man auch draußen sitzen und die feinen Köstlichkeiten auf dem Marktplatz genießen. Ich wählte den Kretastrudel mit Salat und Oliven und danach eine Nussschnitte mit einem Cappuccino, so lecker und perfekt für die Mittagszeit.

Adresse: Marktstraße 23-25

Ausflug nach Ebergötzen

Urvater des Comics & Backhandwerk Ca. 15 km von Duderstadt entfernt liegt die kleine Gemeinde Ebergötzen. Es gibt zwei sehr gute Gründe einen Besuch Duderstadts mit einem Tagesausflug nach Ebergötzen zu verbinden, ich zeige sie dir. Der Ausflug hatte mich sehr berührt und hinterließ einen bleibenden Eindruck. Wenn Du übrigens nicht mit dem PKW anreisen möchtest, kannst du auch ganz bequem den Bus Linie 170 ab ZOB Duderstadt nehmen und steigst Haltestelle „Ebergötzen Mitte“ aus. 

Wilhelm Busch Mühle

Die schönste Zeit seines Lebens Weltweite Bekanntheit erhielt der idyllische Ort vor allem wegen dem Dichter und Zeichner Wilhelm Busch, der hier als Schuljunge viele Jahre bei seinem Onkel in Pflege verbrachte und Ebergötzen zum Schauplatz seiner berühmten Lausbubengeschichten von „Max und Moritz“ machte. Viele Geschichten von „Max und Moritz“ sind eine humorvolle Erinnerung an eine wundervolle Kindheit mit dem Müllerssohn Erich Bachmann in Ebergötzen und man erkennt tatsächlich vieles aus dem Buch im Ort wieder. Manches ist abgewandelt, Personen wurden umbenannt aber vieles erlebten die zwei Freunde tatsächlich so wie erzählt. Als das Buch 1865 veröffentlicht wurde, sollen viele in Ebergötzen gar nicht erfreut gewesen sein, denn der ein oder andere erkannte sich wohl wieder. 

Gemeinsam Forellen fangen und Streiche spielen Familie Bachmanns alte Wassermühle aus dem 16. Jahrhundert ist Schauplatz vieler Streiche und Erzählungen Buschs und kann besichtigt werden. Er verbrachte hier viel Zeit und kannte jeden Winkel der Fachwerkmühle. An den Streichen die sich Erich einfallen ließ, beteiligte sich Wilhelm nur zu gerne. Wilhelm Busch zog später nach Hannover und studierte Maschinenbau, Erich Bachmann übernahm von seinen Eltern die Mühle und wurde wohlhabend und angesehen. Die Freundschaft hielt ein Leben lang, Wilhelm besuchte bis ins hohe Alter seinen Freund in der Mühle regelmäßig. 

"Ich verbrachte die letzten Tage in einer alten Mühle, die mich seit Kinderzeiten immer freundlich aufgenommen. Da schlief sich´s gut. Das Bett wackelte noch wie früher beim Getriebe der Räder, und das herabstürzende Wasser rauschte durch meine Träume."

Führung durch die Wilhelm Busch Mühle

„Rickeracke! Rickeracke! Geht die Mühle mit Geknacke“.  Wilhelm Busch

Herzenstipp 1972 hätte die historische Mühle abgerissen werden sollen. Zum Glück gründete sich schnell der „Förderkreis Wilhelm-Busch-Stätten Ebergötzen e.V.“, der den Abriss verhindern konnte und das Museum bis heute führt. Die Mühle kann im Rahmen von Führungen besichtigt werden. Viele Möbelstücke und Gegenstände erkennt man wieder. Man erfährt mehr über die lebenslange Freundschaft der beiden Lausbuben, über die harte Arbeit des Müllers und seiner Burschen und erlebt hautnah, wie eine historische Mühle funktioniert. Diese zu sehen und zu erkunden hatte mich sehr berührt. Wie oft saß ich als Kind über Buschs „Comics“ und versank in diesem Kleinod. Ein einmaliges Erlebnis ist, wenn die Mühle für die Besucher in Gang gesetzt wird, denn dann rumpelt und bebt die ganze Mühle, so lief sie jeden Tag und Nacht. Was für ein schönes Erlebnis!

Adresse: Mühlengasse 8, 37136 Ebergötzen

Öffnungszeiten: März – November, Dienstag – Sonntag, 10.30 – 16.30 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 6 €, Kinder 5 €, auch als Kombiticket mit dem Europäischen Brotmuseum erhältlich.

Europäisches Brotmuseum

Ländliches Idyll Auf dem ehemaligen Areal der Burg Radolfshausen ist das „Europäische Brotmuseum“ beheimatet. Der 700 m lange Pfad „Entdecke Ebergötzen zu Fuß“ verbindet die zwei Museen und informiert auf Tafeln über die Geschichte Ebergötzens, die heimische Vogelwelt und die Entwicklung des Mühlenvorkommens im Dorf. Das Museum dokumentiert unter dem Motto: „Vom Korn zum Brot“ die über 6.000 Jahre Kulturgeschichte des Brotes. Bereits im idyllischen Außenbereich mit Parkanlage, einer Kopflindenallee und einem mittelalterlichen Wehr- und Wohnturm kann man in das traditionsreiche Handwerk eintauchen. Es sind landwirtschaftliche Geräte, eine 1812 erbaute Bockwindmühle aus Hildesheim, eine Tiroler Wassermühle, Brotbacköfen aus unterschiedlichen Epochen sowie eine Remise für Großgeräte ausgestellt. Wer einen grünen Daumen hat, freut sich im malerischen Apothekergarten mit Streuobstwiese und historischen Getreidegarten zu entspannen und die friedliche Atmosphäre mit allen Sinnen zu genießen. Ein wirklich schönes Grundstück, das zum verweilen und träumen einlädt.

Auszeit - das Café mit Herz

Kuchen geht immer! Für das leibliche Wohl sorgt in der alten Remise das Café „Auszeit“ mit Außenterrasse und Blick zum Brotmuseum. Torsten Liebscher bietet frischgebackene Kuchen und Torten, herzhafte kleine Gerichte mit dem Schwerpunkt auf Brot wie Flammkuchen, Currywurst oder Eichsfelder Mettwurstbrote an. Sehr beliebt ist auch das reichhaltige Frühstücksbuffet, das an den Öffnungstagen von 9.00 – 11.30 Uhr angeboten wird. 

Vom ersten Bauern bis zur Gegenwart Herz des Museums ist das barocke Museumsgebäude im ehemaligen Forsthaus. Über zwei Etagen verteilt zeigt die 500 m² große Daueraustellung Wissenswertes zur Geschichte des Getreides, des Bäckerhandwerks und der Müllerei. Es werden aber auch Blicke in andere Kulturen mit ihren unterschiedlichen Brauchtümern und Religionen geworfen. Sehr interessant finde ich die Sammlung an historischen Geräten und Backutensilien. Regelmäßig werden Führungen, Workshops und wechselnde Sonderausstellungen angeboten und in der Backstube hängt noch von der letzten Backaktion ein leichter Duft von frischgebackenem Brot…

Adresse: Göttinger Straße 7, 37136 Ebergötzen

Öffnungszeiten: März – November, Dienstag – Sonntag 9.30 – 16.30 Uhr, Sonn- und Feiertags 9.30 – 17.30 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene 6 €, Kinder 5 €, auch als Kombiticket mit der Wilhelm-Busch-Mühle erhältlich.



Dieser Beitrag enthält Werbung und entstand in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fachwerkstraße und der Stadt Duderstadt.

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