Limburg an der Lahn: Tipps und Sehenswürdigkeiten

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Limburg an der Lahn hat mich verzaubert und teilhaben lassen an seiner langen und ereignisreichen Geschichte. Das Mittelalter hat an jeder Ecke seine Spuren hinterlassen. Wohlhabende Kaufleute haben das Stadtbild beeinflusst.  Einzigartig und reich verzierte Fachwerkhäuser, die so wunderschön krumm und schief geworden sind und bis heute standhalten, prägen die urige Altstadt. Limburg an der Lahn hat außer dem berühmten Dom noch einiges mehr zu bieten. In diesem Beitrag zeige ich Dir die schönsten Plätze, Fachwerkhäuser und Sehenswürdigkeiten und warum Limburg die Stadt mit Suchtfaktor ist. Viel Spaß!

Inhalt

Limburg an der Lahn - Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße

Limburg an der Lahn liegt im Becken des rheinischen Schiefergebirges, eingebettet zwischen Westerwald und Taunus, im idyllischen Lahntal.  Einige der ältesten Fachwerkhäuser Deutschlands stehen in der unter Denkmalschutz stehenden Altstadt. Die Stadt ist Mitglied der Ferienstraße Deutsche Fachwerkstraße. Das Motto ist: Fachwerk verbindet. Die in acht Teilstrecken unterteilte Straße führt von der Elbe bis runter  zum Bodensee. 120 Fachwerkstädte haben sich mittlerweile zusammengeschlossen, um sich gemeinsam zu präsentieren. Limburg liegt mitten in der Strecke Vom Westerwald über Lahntal und Taunus zum Main.

Fachwerkhaus Limburg an der Lahn
Brückengasse 13

Stadtplan Limburg an der Lahn

Stadtplan Limburg an der Lahn
Quelle: Stadt Limburg

Entdecke Limburg bei einer Stadtführung

Stadtführung Limburg an der Lahn
Treffpunkt an der Plötze

Es gibt keine bessere Möglichkeit eine Stadt kennenzulernen, als bei einer Stadtführung. Gleich zu Beginn meines Wochenendes in Limburg an der Lahn nahm ich an gleich zwei Führungen teil. Das war ein perfekter Start in mein Fachwerkwochenende. Der Treffpunk ist stets an der Plötze. 

Allgemeine Stadtführung

Bei der öffentlichen allgemeinen Stadtführung wurden wir 90 min lang sehr unterhaltsam durch die Limburger Altstadt geführt. Da die Führung an der Plötze startet, bekamen wir gleich zu Beginn die Geschichte des Raubritters und späteren Stadthauptmanns Hattenstein erzählt. Wir erfuhren vom mittelalterlichen Tuchhandel,  sahen interessante  Geschäfts-und Wohnhäuser und lernten u. a. woher der Begriff stinkreich kommt.  Die Tour endete am Domplatz. 

Die Zeiten der Führungen sind:

März bis Oktober: samstags um 15 Uhr und ab April zudem sonntags um 14.30 Uhr

November bis Ende Februar: jeden 1. Samstag im Monat um 15 Uhr

Der Preis ist für Erwachsene 6 €, für Kinder ( 6-14 Jahre) 3€.

Tickets bekommst Du über die Tourist Information in der Barfüßerstraße 6 oder bezahlst direkt bei den Stadtführern.

Nachtwächterführung

Nachtwächter Limburg an der Lahn
Nachtwächter Limburg an der Lahn

Wer gerne in der Abenddämmerung die Stadt erkunden möchte, ist bei der Nachtwächterführung richtig. Mit viel Humor und im mittelalterlichen Kostüm, ausgerüstet mit Hellebarde und Laterne, präsentiert der Fremdenführer Geschichten und Kurioses aus der Vergangenheit Limburgs. Wir erfuhren von ehrbaren Berufen und den Aufgaben eines Nachtwächters. Auch war der Ritter Hattenstein wieder ein Thema. Er erzählte von der Pest, vom großen Stadtbrandt 1289, von Hübschlerinnen und reichen Kaufleuten. Wir sahen wo der Räuber Schinderhannes im Kerker saß und wurden u. a. zum Haus der sieben Laster geführt. 

Die Zeiten der Führung sind:

März bis Oktober: samstags um 20 Uhr (im März ab 19 Uhr)

November bis Ende Februar: jeden 1. Samstag im Monat um 19 Uhr

Der Preis ist für Erwachsene 8 €, für Kinder ( 6-14 Jahre) 4€ .

Tickets bekommst Du ebenfalls über die Tourist Information in der Barfüßerstraße 6 oder bezahlst direkt bei den Stadtführern.

Themenführungen

Rund ums Jahr werden auch so coole Themenführungen wie „Gruselführung“, „Stadtführung aus Frauensicht“ oder eine öffentliche „Fachwerkführung“ angeboten. Aber auch „Der Schreiber Tilemann und seine Stadt“ oder „Mit dem Pestdoktor durch die Altstadt“ hören sich richtig spannend an und sind bestimmt ebenfalls ein unvergessliches Erlebnis

Sehenswürdigkeiten in Limburg an der Lahn

Die Plötze und der Ritter Hattenstein Brunnen

Die Plötze ist ein beliebter Treffpunkt. Mit der Plötze meint man den ganzen Platz, der früher sehr klein war und auch Pleitzchen ( kleiner Platz) hieß. Hier findest Du Weinstuben, Restaurants und kleine Geschäfte. Mitten auf dem Platz steht der Ritter Hattenstein Brunnen. Hattenstein war ein Raubritter, der die Gegend unsicher machte und Kutschen auf der Handelsstraße nach Frankfurt überfiel. Die Limburger boten ihm die Stelle als Stadthauptmann an. Er war mit der angebotenen Bezahlung von 32 Goldgulden gar nicht zufrieden und beschimpfte die Limburger als Kesselflicker und Pfeffersäcke. Als er jedoch Haus und Hof verlor, nahm er diesen Pfosten dann doch noch an. Das war ein etwas seltsames aber durchaus kluges Angebot. So konnte verhindert werden, dass er weiterhin raubte und die Stadt hatte einen fürchterlich starken Hauptmann, der tatsächlich seinen Job gut machte. 

Uriges Ambiente am Fischmarkt

Fischmarkt Limburg an der Lahn

Das Ambiente des eher kleinen Fischmarktes könnte nicht uriger sein.  Hier findest Du die schönsten Fachwerkhäuser. Herrlich schräg und krumm sind sie. Jedes hat seinen ganz eigenen Charakter. Man könnte meinen, am Fischmarkt wurde ganz klar Fisch verkauft. Auch die Fischornamente an den Fachwerkhäusern unterstreichen die Vermutung. Jedoch verkauften hier die Tuchhändler ihre Waren. Der Name Fischmarkt kommt nämlich vom Begriff Fismart und das ist ein alter Ausdruck für Fadenmarkt. 

Fischmarkt Limburg an der Lahn
Steinerne Hallenhäuser am Fischmarkt Limburg an der Lahn

Gutbürgerliche Küche im Burgkeller Limburg

Die berühmteste Laterne auf Instagram ist wohl die des Burgkellers am Fischmarkt.  Und ich hoffe, die hervorragende Küche wird genauso bekannt. Da es mir so gut geschmeckt hatte und ich vom Ambiente des Fischmarktes so begeistert bin, habe ich hier gleich zweimal gegessen.  Die Burgkellerpfanne mit Kartoffeltalern war ein Gedicht. Wer gutbürgerliche Küche in urigem Ambiente liebt, ist hier genau richtig.  Das junge Team leistet einen erstklassigen Service und ist super freundlich. 

Gasthaus Burgkeller, Fischmarkt 10, 65549 Limburg, Tel.: 06431-219294, info@burgkeller-limburg.de

Fachwerkambiente am Bischofsplatz

Fachwerkhäuser Limburg an der Lahn

Der  Bischofsplatz ist ein weiterer der vielen schönen Plätze in der unter Denkmalschutz stehenden Altstadt. Das Ambiente ist von den prächtigen Fachwerkhäusern und den Strassencafes geprägt. Besonders interessant finde ich das Haus Byron (Bischofsplatz 9) ganz rechts im Bild. Es steht auf einer gerade mal 18 qm großen Parzelle. Durch seine Höhe und schönen Verzierungen am Schweifgiebel, wirkt es viel größer als es tatsächlich ist. 

Haus Trombetta

Haus Trombetta Limburg

Der Haus Trombetta in der Frankfurter Straße 2 hat seinen Namen von dem Kaufmann Heinrich Joseph Trombetta, der das Haus aus dem 17. Jhd. 1833 für 12.000 Gulden ersteigerte. Nach und nach kaufte er die angrenzenden Areale und verband alles zu einem Anwesen. Auf die Reste der Stadtmauer baute er ein klassizistisches Gebäude. Er betrieb hier eine Kolonialwarenhandlung und verkaufte die feinsten Waren aus Übersee wie Gewürze, Kaffee, Kakao, Reis und Tabak. Bestimmt hat es herrlich geduftet und bescherte die schönsten Kindheitserinnerungen. Der Begriff Kolonialwaren wurde übrigens noch bis in die 1970er verwendet. 

Cafe Kosmol am Bischofsplatz

Cafe Kosmol Limburg an der Lahn
Cafe Kosmol Limburg an der Lahn

Viele Fachwerkfreunde von Instagram empfahlen mir das Cafe Kosmol am Bischofsplatz. Der Kuchen sei phänomenal, besonders der Baumkuchen. Das musste ich natürlich testen, denn für mich gibt es fast nichts schöneres, als bei einem Stück Kuchen Altstadtflair zu genießen. Es wurde mir in der Tat nicht zuviel versprochen. Die älteste Zuckerbäckerei Limburgs  bietet an seiner 5 m langen Wienerkaffeehaustheke eine große Auswahl feinster Torten an. Es gibt genug Außensitzplätze, so dass man die Sicht auf den Dom genießen kann. Die Bestuhlung ist zwar so gar nicht nach meinem Geschmack, dafür war der Kuchen in der Tat spitzenklasse. 

Vom Limburger Maß, Hallenhäusern und warum die
Limburger auch Säcker genannt werden

Die Limburger werden auch Säcker genannt und wessen Familie direkt aus der Altstadt stammt, darf sich sogar als Edelsäcker bezeichnen. Doch woher kommt eigentlich diese, wie ich finde, ungewöhnliche Bezeichnung? Die Gassen Limburgs waren schon immer sehr eng und schmal. Limburg lag an der wichtigen Handelsstraße Köln-Frankfurt.  Damit die Kutschen nicht an der schmalsten Stelle Limburgs ( Fuhrgasse / Ecke Kleine Rütsche  4) stecken blieben, gab es das Limburger Maß. Bevor die Händler in Köln losfuhren, konnten sie überprüfen, ob sie durch Limburgs Gassen mit ihren vollbeladenen Kutschen durchkamen. Bis heute ist das Maß am Heumarkt in Köln angeschrieben. Passten die Kutschen jedoch mit Ihrer Fracht nicht mehr durch, übernahmen die Säcker den weiteren Transport.  Entlang der Handelsstraße bauten sich die reichen Kaufleute große, prächtige Hallenhäuser, von denen es in Limburg zahlreiche gibt. Der Vorteil war, dass die Kutschen direkt in die großen Hallen im Erdgeschoß reinfahren und abladen konnten. Von hier aus wurde auch verkauft und in den oberen Geschoßen gewohnt.

Lass Dich durch Limburgs Gassen treiben

Lass Dich einfach durch Limburg treiben. Entlang der mittelalterlichen Gassen gibt es so viel schönes zu entdecken. Die prächtigen Fassaden der Fachwerkhäuser, die vielen Schaufenster der inhabergeführten Geschäfte, die gemütlichen Straßencafes und Restaurants ergeben ein außergewöhnliches Gesamtbild.

Fantastische Schnitzereien

Weinhaus Schulte Limburg Jona und der Wal
Jona und der Wal Weinhaus Schulte
Geschnitzte Knaggenfigur Böhmergasse 6 Limburg
Geschnitzte Knaggenfigur Böhmergasse 6

Es lohnt sich auch immer einen Blick nach oben zu werfen. An vielen Fassaden sind so wunderschöne Schnitzereien angebracht. Wer sehr vermögend war, zeigte seinen Reichtum gerne an seinem Haus. Abgerundete Erker und aufwändige Auftragsarbeiten konnte sich schließlich nicht jeder leisten. Wer „steinreich“ war, baute sich sogar ein steinernes Haus. 

Am Weinhaus Schulte an der Plötze sind Figuren der biblischen Geschichte von Jona und dem Wal angebracht. Der mittelalterliche Schnitzer wusste wahrscheinlich nicht so richtig wie ein Wal aussieht und hat frei nach seiner Phantasie einen kreiert. Ich finde, er ähnelt sehr einem Wolf.  Am Erker der Böhmergasse 6 ist eine richtige Schönheit  angebracht. Vielleicht sollte die Knaggenfigur die Hausherrin darstellen? Diese ließen sich nämlich gerne an ihrem Haus porträtieren.

Kolpingstraße1 Limburg Fachwerkerker
Fachwerkerker Kolpingstr. 1
Erker Fachwerkhaus Limburg an der Lahn
Reich verzierter Erker

Erker geben einem Haus einen ganz besonderen Charme. Zum einen sehen sie sehr repräsentativ aus und zum anderen konnte man durch sie den Wohnraum etwas vergrößern. Man richtete sich eine Leseecke ein oder nutze die Fläche als Ausguck über  die Plätze und Gassen. Häufig wurden auch Aborterker angebaut, durch sie fiel das Geschäft direkt auf die Gasse. Im Mittelalter ging man sehr ungezwungen mit der Entsorung um.  

Haus der sieben Laster

Ein weiteres Fachwerkhighlight ist das Haus der sieben Laster. Du findest es in der Brückengasse 9. Wenn Du von der alten Lahnbrücke aus Richtung Altstadt läufst, kommst Du automatisch daran vorbei. An den Balkenköpfen sind Neidköpfe, auch Fratzen genannt, angebracht. Der Begriff kommt aus dem altdeutschen und bedeutete soviel wie Hass, Zorn und auch Neid. Die Köpfe sollten das Böse vom Haus und dessen Bewohnern abhalten. Manchmal ließ man auch den Nachbarn mit rausgestreckter Zunge wissen, was man vom ihm hielt. Die Fratzen am Haus der sieben Laster stellen die sieben biblischen Todsünden dar. Diese sind: Hoffahrt (Hochmut), Geiz, Neid, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Zorn und Trägheit. 

Jeder der nach Limburg reinfuhr, sollte wohl  gleich sehen, was man in der Stadt nicht haben wollte. Wahrscheinlich hatte man von den schlechten Angewohnheiten selbst schon mehr als genug.

Das älteste Fachwerkhaus Limburgs - Römer 2-4-6

Römer 2-4-6 Limburg an der Lahn

Eines der ältesten, freistehenden Fachwerkhäuser Deutschlands und das älteste Limburgs,  findest Du am Römer 2-4-6. Das gotische Fachwerkhaus wird datiert auf 1289, direkt nach dem großen Stadtbrand, der die gesamte Stadt zerstörte. Es muß an gleicher Stelle bereits ein Gebäude gegeben haben, auf dessen Kellersockel der  Ständerbau errichtet wurde. Da man eine Mikwe, das ist ein jüdisches Kultbad, an der Südseite fand, geht man davon aus, dass die Erbauer jüdische Kaufleute  waren, die in Limburg meistens Hallenhäuser wie dieses bewohnten. Nachdem man die Juden Mitte des 14 Jh. aus Limburg vertieb, wurden wohl reiche Patrizier neue Eigentümer.

Alte Lahnbrücke mit Brückenturm

Limburg Lahnbrücke

Die steinerne Alte Lahnbrücke gilt als das Wahrzeichen der Stadt. Gebaut wurde die Bogenbrücke von 1315 bis 1354. Ein stabiler Transportweg über die Lahn in die Handelsstadt wurde dringend gebraucht. Vorgängerbauten aus Holz wurden bei Hochwasser zerstört. Um den Bau zu finanzieren, erhob man Torgeld von jedem der in die Stadt fuhr. Als ich vor Ort war, wurde der Straßenbelag erneuert, so dass ich leider keine schöne Aufnahme von dem beliebten Panorama mit Dom im Hintergrund machen konnte.

Limburger Dom

Limburger Dom Sehenswürdigkeit

Der Limburger Dom hat mich unsagbar fasziniert. Wie eine Krone thront er mit seinen 7 Türmen auf dem Lahnfelsen und ist von weitem wie ein Wegweiser zu sehen.  Direkt dahinter befindet sich die Burg Limburg. Bekannt war er mir bisher vom Skandal um den ehemaligen Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und als Motiv auf dem 1.000 DM Schein. Ich bin mehrmals täglich zu den unterschiedlichsten Tageszeiten auf dem Domplatz vorbeigekommen und habe ganz spontan am Ostergottesdienst teilgenommen. Früh morgens hatte ich die Limburger Domsingknaben proben hören und war von der Akustik im Dom hin und weg. Das Licht und die Atmosphäre am Domplatz ist in den Morgen- und Abendstunden zauberhaft schön. Tagsüber tummeln sich natürlich viele Touristen um den Dom herum.

Domführungen

Der Dom ist aber nicht nur von Außen beeindruckend. Von Innen finde ich ihn fast noch schöner. Du musst unbedingt einen Blick hinein werfen, oder noch besser an einer Domführung teilnehmen. Die helle Leichtigkeit, die den Himmel darstellen soll, hat mich sehr beeindruckt. Erbaut wurde der Dom in nur 45 Jahren, von 1180 bis 1235. Mit seinen Rundbögen ist er ein Werk der rheinischen Spätromantik. Die vielen Arkaden stellen die offenen Tore der Himmelsstadt dar. Bei Innenrestaurationen wurden spätgotische Wandmalereien freigelegt. 

Die Zeiten der Führungen sind: Dienstag bis Freitag: 11 und 15 Uhr, Samstags: 11 Uhr und Sonntags: 12 Uhr. Der Treffpunkt ist im Eingangsbereich. Der Preis 3 Euro.

Domfriedhof

Limburger Alter Friedhof

Der ehemalige Friedhof liegt direkt neben dem Dom. Bis ins Jahr 1882 wurden hier  Stiftsangehörige und die Stadtbevölkerung beerdigt. Der unter Denkmalschutz stehende  Friedhof ist parkähnlich angelegt und Du kannst Dich auf einer der Sonnenliegen oder Sitzbänke ausruhen und die Stille genießen. Ich liebe alte Friedhöfe. Die vermoosten Grabsteine mit ihren alten Inschriften faszinieren mich sehr. 

Bischofssitz mit Haus Staffel

Bischofssitz Limburg an der Lahn

Gegenüber des Doms befindet sich der Bischofssitz. Dieses Anwesen war der Grund für den Rücktritt des ehemaligen Bischofs Franz-Peter Tebartz-van Elst. Er ließ das Grundstück für 31 Mio Euro sanieren, deutlich mehr als veranschlagt. Verbaut wurde nur das Feinste. Die  Privatkapelle St. Maria und ein Wohnhaus mit Garten wurde sehr repräsentativ  neu  angelegt. Besonders auffallend ist hier das Haus Staffel, ein ehemaliger Burgmannenhof, der 1515 erbaut wurde. Heute residiert in der alten Stiftsvikarie der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing. Besichtigen kannst Du den Neubaukomplex bei einem Besuch des Diözesanmuseums, das nebenan liegt.

Diözesanmuseum Limburg

Diözesanmuseum Limburg an der Lahn

Im Diözesanmuseum wird über drei Stockwerke die Geschichte des Bistums dokumentiert, Kunstwerke und Reliquien ausgestellt und der Domschatz aufbewahrt. Die bedeutendsten Schätze sind die berühmte Limburger Staurothek, ein byzantinisches Kreuzreliquiar, und der Petrusstab.

Einen Teil der ehemals privaten Räumlichkeiten des Bischofssitzes kannst Du ebenfalls besichtigen und ich muss sagen, dass Tebartz van Elst durchaus Geschmack hatte. In der Küche, Bibliothek und Wohnzimmer sind  Ausstellungsstücke integriert. Der Kontrast von super moderner Architektur und mittelalterlichen Kunstschätzen gefällt mir richtig gut.  Einen Blick kannst Du auch in die ultra moderne Privatkapelle werfen.  Übrigens, dass van Elst in einer goldenen Wanne gebadet hat, soll eine Legende sein.

Die Öffnungszeiten sind: 01. April bis 31. Dezember. Dienstag bis Samstag: 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr. Sonntags und Feiertags: 11 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 3 € für Erwachsene, Schüler und Studenten 2 €. 

Die Natur an der Lahn genießen

Limburg an der Land Flußlandschaft

Da Limburg direkt an der romantischen Lahn liegt, bietet sich ein Spaziergang entlang des Ufers natürlich an.  Die Naturnähe der Altstadt ist ideal. Innerhalb weniger Minuten befindest Du Dich mitten in einer fantastischen Flußlandschaft. Es kann gut sein, dass Kanus an Dir vorbei paddeln oder ein Boot die Schleusen passiert.  Es ist ruhig und idyllisch an dem sanften Fluß. Den Dom mit dem Limburger Schloß kannst Du von den unterschiedlichen Perspektiven aus immer wieder neu entdecken. Wenn Du genug Zeit hast, nutze die Zeit für eine Entdeckungstour entlang des Inselweges oder dem Lahnweg Richtung Schiffsanleger.

Lahntalschiffahrt Vomfell

Super entspannend war die Schifffahrt an Bord der „Wappen von Limburg“. Der Schiffsanleger ist von der Lahnbrücke aus bequem in wenigen Gehminuten zu erreichen. Die Schiffahrtsgesellschaft Vomfell bietet verschiedene Touren auf der Lahn an. Ich entschied mich für die Tour  „Lubentius“, die vorbei an Dietkirchen mit der St. Lubentiuskirche von 1225  und der Burg Dehrn fuhr. Bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Apfelkuchen genoß ich die 90 minütige Auszeit auf der Lahn sehr. Der Preis liegt für Erwachsene bei 13,50€, für Kinder bei 7 €.

Fahrscheine bekommst Du nur auf dem Schiff, es gibt keinen Kartenverkauf am Schiffsanleger. Kontakt: Tele: 06431-3984 oder Schiffstelefon: 0171-7729105, E-Mail: info@lahntalschiffahrt.de,  Adresse : Lahntalschiffahrt Vomfell, Eschhöferweg 13-15, 65549 Limburg.

Biergarten Obermühle

Direkt an der Lahn und unterhalb des Domfelsens,  entdeckte ich diesen idyllisch gelegenen Biergarten. Das Mühlrad der alten Stiftsmühle plätschert vor sich hin und für Kinder gibt es Spielmöglichkeiten und genug Raum um sich auszutoben. Der Biergarten wird vom Restaurant Obermühle betrieben und bietet 250 Sitzplätze und weitere  100 auf ihrer Außenterrasse. An warmen Sommerabenden an diesem historischen Platz ein Glas Bier zu trinken und die einmalige Location zu genießen, stelle ich mir sehr schön vor.

Wirtshaus Obermühle, Am Huttig 3, 65549 Limburg, Tel.:+49(0)64315840084, kontakt@obermuehle.info.

Hotel Nassauer Hof

Hotel Nassauer Hof Limburg an der Lahn

Im Hotel Nassauer Hof habe ich sehr gut übernachtet. Das 3- Sterne Superior Hotel liegt direkt an der Alten Lahnbrücke, in der Brückengasse 1. Als Basis für eine Städtereise könnte die Lage nicht besser sein. Man erreicht die Altstadt und den Dom zu Fuß innerhalb von 2 Minuten. Das Hotel wurde nach dem 2. Weltkrieg an der Stelle der ehemaligen fürstlichen Thurn und Taxis’schen Poststation nach Originalbauplänen wiederaufgebaut und wird  als Tor in die Altstadt bezeichnet.

Das sehr liebevoll geführte Hotel von Familie Mielitz bietet neben den 31 Zimmern, eine Sauna, eine Außenterrasse direkt an der Lahn und im hoteleigenen Restaurant Twins regionale Speisen mit erlesenen Weinen. Frau Mielitz kümmert sich sehr aufmerksam um Ihre Gäste und gibt gerne Geheimtipps.  In den Sommermonaten kann man auf der  Lahnterrasse unterhalb der Lahnbrücke die Seele baumeln lassen. Das Ambiente ist sehr beeindruckend. 

Von meinem stilvoll eingerichteten Zimmer hatte ich eine tolle Aussicht auf die Lahn und die Altstadt. Morgens die Fenster zu öffnen und Limburg bei Sonnenaufgang und Vogelgezwitscher zu erleben, war einmalig schön.  Ich habe mich sehr wohl gefühlt und vor allem habe ich auch sehr gut gefrühstückt. Das Frühstücksbuffet ist  abwechslungsreich, besonders fein fand ich das Rührei mit Bacon.

Hotel Nassauer Hof, Brückengasse 1, 65549 Limburg, Tel.: +49(0)6431 9960, info@nassauerhof-limburg.de.

Die schönsten Fotospots in Limburg an der Lahn

Limburg an der Lahn AltstadtLimburg an der Lahn hat viele tolle Fotospots, an denen Du tolle Erinnerungsbilder machen kannst. Ich nenne Dir die schönsten:

  • Blick von der alten Lahnbrücke zum Dom mit Nepomukstatue
  • Plötze mit Hattingerbrunnen 
  • Fachwerkhäuser am Bischofsplatz
  • Dom mit Domplatz und Haus Staffel
  • Fischmarkt 
  • Das älteste Fachwerkhaus der Stadt, Römer 2-4-6

Veranstaltungen in Limburg an der Lahn

In der phantastischen Altstadtkulisse werden im Jahresverlauf auch tolle Feste gefeiert. Hier sind ein paar Termine, die Du Dir vormerken kannst.

  • Frühlingsfest, 2. Wochenende vor Pfingsten.
  • Altstadtfest, letztes Wochenende im Juni ab Freitag.
  • Rheingauer Weintage, letztes Wochenende im Juli ab Donnerstag.
  • Oktoberfest, 3. Wochenende im Oktober ab Freitag.
  • Christkindlmarkt, Freitag vor dem 1. Advent im Dezember.
  • Über weitere Veranstaltungen kannst Du Dich hier informieren.
Limburger Dom

Meine Tipps für Deinen Limburg Besuch

  • Informiere Dich vor Deinem Besuch über die Sehenswürdigkeiten und deren Öffnungszeiten. Je nach Jahreszeit können sie sich ändern.
  • In der Touristinfo in der Barfüßerstr. 6 bekommst Du einen kostenlosen Stadtplan und Altstadtführer. 
  • Lass Dir die Stadt von einem Stadtführer zeigen und die Stadtgeschichte erzählen.
  • Orientiere Dich an dem Limburger Altstadt-Leitsystem. Die roten Schilder sind gut erkennbar platziert und zeigen den aktuellen Standort, eine Übersichtskarte und informieren über die Sehenswürdigkeit in Deiner unmittelbaren Nähe. Richtungspfeile führen Dich zur nächsten Station.
  • An den Fassaden der prächtigen Fachwerkhäuser gibt es so viele schöne Details zu entdecken. Nehme Dir die Zeit und sehe genau hin, die Schnitzereien sind außergewöhnlich.
  • Ein absolutes Muss ist ein Besuch des Doms. Ich empfehle Dir an einer Domführung teilzunehmen. 
  • Da die Stadt tagsüber, und vor allem an den Wochenenden, sehr gut besucht ist, empfehle ich Dir zum fotografieren schon am Morgen anzureisen. 
  • Verbringe auch etwas Zeit an der Lahn. Ganz besonders schön ist eine Schifffahrt oder ein Spaziergang entlang des Ufers. 
  • Mega lecker und gutbürgerlich essen kannst Du im Burgkeller am Fischmarkt.
  • Köstlichste Torten und richtig guten Kaffee kannst Du im Cafe Kosmol am Bischofsplatz genießen. 


Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fachwerkstraße.

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