Quedlinburg – Die Top Sehenswürdigkeiten der Welterbestadt

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Mit über 2.000 Fachwerkhäuser aus 800 Jahren ist Quedlinburg ein wahres Paradies für jeden Fachwerkliebhaber. Die Fachwerkstadt am nördlichen Harzvorland im Bundesland Sachsen-Anhalt punktet jedoch nicht nur mit seinem großen baukulturellem Erbe, auch seine Geschichte ist mehr als bedeutsam und sehr interessant.  

In diesem Beitrag nehme ich Dich mit auf meine Entdeckungsreise zu den schönsten Plätzen, Gassen und Sehenswürdigkeiten. 

Inhalt

Unesco Weltkulturerbe Quedlinburg

UNESCO Welterbestadt Quedlinburg

Als eines der größten Flächendenkmäler Deutschlands wurde Quedlinburg 1994 in die UNESCO –  Welterbeliste der schützenswerten Kulturgüter aufgenommen.  Dem historischen Stadtkern mit seinen Bauwerken, Fachwerkhäusern aus acht Jahrhunderten, der  beachtlichen geschichtlichen Bedeutung vom Schlossberg Ensemble und des Münzenberges, ist dieser phantastische Titel zu verdanken.  Jedoch ist dies nicht nur ein Titel mit dem die Stadt sich schmücken kann. Er bedeutet vor allem wichtige finanzielle Unterstützung zur Erhaltung des Erbes zu erhalten, damit auch noch die Generationen nach uns die Stadt genießen können, und das ist eine Mammutaufgabe.

Quedlinburg Deutsche Fachwerkstrasse

Quedlinburg - Mitglied der Deutschen Fachwerkstrasse

Mit seinen über 2100 Fachwerkhäusern ist Quedlinburg Mitglied der beliebten Ferien- und Kulturstrasse Deutsche Fachwerkstrasse. Über 120 Fachwerkstädte haben sich unter dem Motto „Fachwerk verbindet“ zusammengeschlossen, um sich gemeinsam zu präsentieren, auszutauschen und Werbung zu betreiben. Jedoch verbindet nicht nur das Kulturgut Fachwerk die Mitglieder, sondern auch beeindruckende Sehenswürdigkeiten, Landschaften und Denkmäler. Die Ferienstrasse ist unterteilt in 8 Teilstrecken und führt von der Elbe im Norden bis runter zum Bodensee nach Meersburg. 

Restaurant Benedikt Quedlinburg

Auf den Spuren Deutscher Geschichte

Quedlinburg feierte im Jahr 2022 seine erste urkundliche Erwähnung vor 1100 Jahren. Was für eine Zahl! Herzlichen Glückwunsch! Und vielen Dank für die zahlreichen Spuren, die viele Generationen hier hinterlassen haben.  Es gibt viel zu entdecken. In diesem großen Freilichtmuseum musst Du nur die Augen offen halten, dann findest Du schnell Zugang zu diesen vergangenen Zeiten.  

922 erwähnte der König des Ostfrankenreiches Heinrich I., auch der Vogler genannt,  zum ersten Mal eine Villa Quitilingaburg. Dem Sachsen Herzog und Vater des späteren „Ersten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nationen“  Otto I., gefiel es in der Königspfalz so gut, dass er hier Osterfeste und Hoftage veranstaltete. Er entschied sich an seinem Lieblingsort für sich und seine Frau Mathilda eine Grablege zu errichten.  Dafür wählte er die kleine Kirche einer Burganlage, dem heutigen Schlossberg.  

Stiftskirche St. Servatii Quedlinburg

Die schönsten Sehenswürdigkeiten Quedlinburgs

Stiftskirche Quedlinburg St. Servatii mit Domschatz

30 Tage nach dem Tod Heinrichs gründete dort seine Frau Mathilda 936 im Auftrag seines Sohnes Otto I. ein Damenstift, welches die Aufgabe hatte, das religiöse Gedenken Heinrichs und seiner Familie zu pflegen.  Im  „Kaiserlich freien weltlichen Reichsstift Quedlinburg“ wurden unverheiratete Frauen des Hochadels untergebracht. Das bedeutet jedoch nicht, dass keiner diese Frauen wollte, es ließ sich einfach oft kein standesgemäßer Mann finden, und nach Konstantinopel wollte man sie nicht verheiraten. Die Damen des Stifts waren sehr gebildet. Sie lernten Latein, Geometrie und Mathematik und vertraten oft auf Reichstagen ihre Familien. Das war für damalige Königshäuser sehr ungewöhnlich.  Königin Mathilde ließ die Kirche immer wieder erweitern, bis ein Brand sie 1070  zerstörte. Der bis heute erhaltene Bau wurde 1129 eingeweiht. Die hochromanische Basilika interessierte leider auch die Nazis. Sie nahmen erneut Umbauten vor und wandelten sie in eine NS-Kultstätte um.  Heinrich Himmler soll hier „Zwiesprache“ mit Heinrich I. gehalten haben und lebte hier, zum Schrecken der Quedlinburger Gemeinde, seinen ideologischen Wahn aus. Mit der Befreiung Deutschlands von den Nationalsozialisten kam die Stiftskirche wieder in die Hände der evangelischen Kirchengemeinde.

 

Stiftskirche St. Servatii Quedlinburg
Stiftskirche St. Servatii Quedlinburg

 

Seit 2020 wird der Schlossberg saniert, das Schlossmuseum in den ehemaligen Räumlichkeiten des Damenstifts können aktuell nicht besichtigt werden. Das Museum dokumentiert die Stadt,-Stifts und Geschichte der Ottonen und wird nach der Sanierung barrierefrei umgebaut sein. Die Stiftskirche mit der romanischen Krypta und Domschatz sind jedoch nach wie vor zugänglich und sind aufgrund ihrer geschichtlichen Bedeutung und Schätze, wie der älteste erhaltene Knüpfteppich Europas, absolut sehenswert. 

Wer mehr über die Geschichte der Stiftskirche und der Ottonen erfahren möchte, kann täglich,  außer Montags, um 11 Uhr an der öffentlichen Führung teilnehmen. 

Adresse: Schlossberg 1g

Info: domschatzquedlinburg.de

Stiftsgärten Quedlinburg

Städtereise Quedlinburg
Schlossberg Quedlinburg

Direkt neben der Schlossanlage und Stiftskirche liegt der barocke Schlossgarten.  Auf einer der vielen Sitzmöglichkeiten kannst Du Dich nach einer Kirchenbesichtigung ausruhen, den magischen Schlossberg genießen oder in der Gaststätte Schlosskrug am Dom Dich stärken. Die Aussicht von der großflächigen Aussichtsterrasse auf Quedlinburg mit seinen mittelalterlichen Gassen, Kirchtürmen und dem Harzer Vorland im Hintergrund, ist phantastisch und darfst Du Dir nicht entgehen lassen.

Schlossgarten Quedlinburg
Schlossgarten Quedlinburg
Schlosskrug am Dom Quedlinburg

Am Quedlinburger Schlossberg

Direkt an den Schlossberg grenzt die märchenhafte Gasse „Am Schlossberg“ an. Hier wohnten einst Angestellte des Stifts und des Schlosses. Die kleinen Fachwerkhäuser sind so schön schief und krumm, jedes ist mit seiner individuellen Form und Fassade ein Unikat für sich. Entlang der Mauer des Schlossberges läufst Du auf uralten Pflastersteinen. Wenn die Häuser Dir etwas zuflüstern könnten, was wäre das wohl?

Am Schlossberg Quedlinburg

Am Finkenherd

Quedlinburg Finkenherd

Das für mich schönste Viertel der Quedlinburger Altstadt ist definitiv der Finkenherd mit seiner Häuserszeile 1-4.  Die Häuser wirken etwas wild zusammengestellt, rustikal und sehr ursprünglich, so wie die Städte sich früher eben entwickelten. Der erste Blick auf das markante weiße Fachwerkhaus mit der Stiftskirche im Hintergrund, war magisch. Es scheint, als wäre die Zeit an diesem historisch bedeutsamen Ort stehen geblieben. Einer Legende nach, soll Heinrich I. während er an dieser Stelle seinem liebsten Hobby nachging, über seine Krönung informiert worden sein. Die Vogeljagd war eine beliebte Freizeitbeschäftigung des Adels, den Fangplatz nannte man einen „Vogelherd“. So kam für diesen Ort, der die Geschichte der Deutschen prägte, der Name Finkenherd zustande. Wahrscheinlich ist die Geschichte nur eine Legende, denn wirklich belegen lässt sie sich nicht. Aber brauchen wir immer urkundliche Beweise? Ein bisschen Zauber und Märchen brauchen wir doch auch.

Quedlinburg Finkenherd

Am Finkenherd 1-2 befindet sich heute eine Außenstelle der Tourist- Information. Einen Blick hineinzuwerfen lohnt sich auf jeden Fall. Die Räume sind verwinkelt und man bekommt einen Eindruck wie beengt die Menschen im Mittelalter lebten. 

Quedlinburg Finkenherd Fachwerk
Quedlinburg Fachwerk
Quedlinburg Finkenherd

Auf dem Münzenberg

Quedlinburg Münzenberg
Quedlinburg Münzenberg
Quedlinburg Münzenberg

Neben dem Schlossberg liegt der einzigartige Mikrokosmos Münzenberg. Es lohnt sich den kurzen, aber steilen Weg hochzulaufen. Auf den Ruinen und Resten eines ottonischen Benediktinerinnen Klosters entstand ein einzigartiges Stadtviertel. Viele kleine nachmittelalterliche Fachwerkhäuser stehen entlang der alten Pflastersteingassen eng aneinander. Von einer Aussichtsterrasse aus hat man eine geniale Sicht auf den Schlossberg. Ab dem 16. Jahrhunderten lebten hier hauptsächlich fahrende Leute, Musiker und Handwerker. Sie waren nicht wirklich beliebt bei den Quedlinburger Bürgern, heute ist es jedoch ein begehrtes Wohnviertel.

Museum St. Marien

Museum St. Marien Quedlinburg

986 wurde auf dem Münzenberg das Kloster St. Marien von Äbtissin Mathilde aus dem Hause der Ottonen gegründet. Es blieb bis 1536 bestehen und zählte zu den bedeutensten Anlagen der Stadt. In mehreren Gebäuden sind Fragmente des alten Klosters, wie die Ost,- und Westkrypta, Mittel- und Seitenschiff sowie die Nonnenempore und Gräber erhalten. Sie stehen unter Schutz der Deutschen Denkmalstiftung. Das Museumsareal St. Marien kann besichtigt werden, leider war das Museum jedoch geschlossen als ich vor Ort war, diese Zeitreise hätte ich zu gerne auch noch unternommen.

Adresse: Münzenberg 4

Info: Klosterkirche-muenzenberg.de

Käsekuchenparadies am Schlossberg Quedlinburg

Quedlinburg Deutsche Fachwerkstrasse

Willkommen im Käsekuchenparadies Quedlinburg. Am Schlossberg stehen nicht nur wunderschöne Fachwerkhäuser, sondern Ihr könnt Euch in gleich zwei Cafés durch ein großes Käsekuchensortiment probieren. Da ich Käsekuchen in all seinen Variationen heiß und innig liebe, musste ich als erfahrene Käsekuchenverkosterin natürlich beide Kuchenbäcker testen. Mein Testurteil fällt für beide Käsekuchenbäcker sehr gut aus. Eigentlich kann ich für die hausgemachten Kuchen nur die Bestnote vergeben. Und bei dem phantastischen Fachwerkambiente schmeckt es sowieso noch viel besser.

Café am Finkenherd Quedlinburg

Café am Finkenherd Quedlinburg

Das Café am Finkenherd besteht aus vier aneinandergereihten Häusern, hier probierte ich zuerst ein Stück Käsekuchen mit Baiserhaube. Die Rezeptur soll ein altes Familienrezept sein und das schmeckt man auch. Omas haben einfach die tollsten Rezepte in ihrem Repertoire. 

Adresse:  Schlossberg  15

Info: kaesekuchencafe.de

Café Vincent Quedlinburg

Café Vincent Quedlinburg

Gleich gegenüber bietet das Café Vincent eine ausgefallene Auswahl an 193 verschiedenen  Käsekuchenvariationen an. Ich entschied mich für den so himmlisch duftenden Käseheidelbeerkuchen mit Lavendel. Er schmeckte so köstlich wie er duftete. 

Adresse:  Schlossberg  13

Info: käsekuchenkönig.de

Quedlinburger Rathaus mit Roland Statue

Sehenswürdigkeiten Quedlinburg Rathaus

Wie in so vielen Städten befindet sich auch das Quedlinburger Rathaus am Marktplatz und gilt als das Herz der Fachwerkstadt. Das mit Efeu bewachsene Rathaus entstand im Kern im 14. Jahrhundert und zählt somit zu den ältesten in Mitteldeutschland. Als Symbol der Marktgerechtigkeit und städtischer Selbstständigkeit, steht links von der prächtigen Treppe eine Roland Statue. Weitere stolze Rolande stehen u.a. in Bremen, Riga und Prag. Ursprünglich stand der Roland in der Mitte des Marktplatzes, wurde aber nach einer militärischen Auseinandersetzung um die städtische Unabhängigkeit mit der Äbtissin des Stifts zerschlagen. Seine Einzelteile wurden restauriert und 1869 auf seinem heutigen Platz wieder aufgestellt. Führungen durch das historische Rathaus können übrigens an der Tourist – Information gebucht werden.  

Top Sehenswürdigkeiten Quedlinburg
Marktplatz Quedlinburg

Entlang des Marktplatzes stehen prächtige Fachwerkhäuser in denen einst reiche Kaufleute gelebt haben. Hier findest Du einige Hotels, Restaurants, Straßencafés und auch die Tourist Information, in der ich Dir empfehle Informationsmaterial zur Weltkulturerbestadt oder dem Harz abzuholen.  

Hoken 1

Quedlinburg Hoken 1

An der Westseite des Rathauses steht das orangefarbene Fachwerkhaus mit der Adresse Hoken 1. Den Namen finde ich sehr interessant und so ließ ich mir auf einer Stadtführung seinen Ursprung erklären. Früher standen hier die Marktbuden der Krämer, auf die nach und nach Wohnhäuser aufgebaut wurden. So auch das markante Haus Hoken 1.  Das Wort Hoken ist ein alter Begriff für Kleinwaren verkaufen, davon wurde das heutige Verb „verhökern“ abgeleitet, das für etwas verscherbeln oder zu billig verkaufen verwendet wird. Ich finde Wortkunde sehr spannend und staune immer sehr über die Herkunft unserer Wörter.   

Fachwerk in Quedlinburg

Hier siehst Du eine typische Quedlinburger Krämerklappe. Du findest sie im Hoken 4. Die Krämerbuden durften nur mittwochs, freitags und sonnabends verkaufen und waren mit diesen runterklappbaren Warentischen ausgestattet. Der Ausdruck „Die Klappe halten“, soll von diesen Warentischen herstammen.

Der Schuhhof/Hölle

Schuhhof Quedlinburg

Rechts vom Rathaus liegt etwas versteckt der unscheinbar wirkende Eingang zum Schuhhof. Zwischen zwei Ladengeschäften der einstigen Schuhmachergilde, trittst Du durch einen schmalen Hauseingang in die ehemalige Gasse der Schuhmacher ein. Sie wohnten und  arbeiteten hier und verkauften ihre Waren vor den Häusern auf ausklappbaren Fensterläden. Die Schuhmacherinnung kümmerte sich um seine Witwen und brachte sie im hinteren Teil der Gasse unter. Die Wohnungen werden heute als Ferienunterkünfte vermietet.  

Schuhhof Quedlinburg
Schuhhof Quedlinburg

Quedlinburg auf einer Stadtführung kennenlernen

Für mich gehört eine Stadtführung immer zu einer Städtereise dazu. Wenn möglich, versuche ich gleich zu Beginn meines Aufenthalts eine über die Tourist-Information zu buchen. In Quedlinburg startet die öffentliche Führung täglich um 11 Uhr am Rathaus. Du lernst u.a. woher die Redewendung „Die Kurve kratzen“ kommt oder was eine Klöntür ist. Es werden aber auch Sonderführungen für Kinder oder spezielle Themenführungen angeboten. 

 Adresse: Markt 4

Info: quedlinburg-info.de

Ein Spaziergang durch Quedlinburgs Gassen

Quedlinburg Städtereise

Ein Spaziergang durch die Gassen Quedlinburgs ist wie eine Zeitreise ins Mittelalter. Nimm Dir die Zeit die Reise anzutreten. Auf Kopfsteinpflasterwegen, die vor vielen Jahrhunderten angelegt wurden, kann man stundenlang die Weltkulturerbe Stadt, seine verwinkelten Gassen, versteckte Ecken und das einmalige Fachwerk aus unterschiedlichen Epochen erkunden. Alte Holzbalken, die sich im Laufe der Jahrhunderte gesetzt und verschoben haben, verspielte Schnitzereien, Inschriften, Aufzugsluken, Hoftore und Eingangstüren erzählen uns über das Leben und Arbeiten der früheren Hausbewohner. Besonders schön finde ich die sich so schön reimenden Gassen Pölle und Hölle. Du kannst dort so schöne Fachwerkdetails wie Fächerrosetten, Hexagramme um den Teufel abzuwehren und Sonnenräder, oder auch Balkenköpfe im Quedlinburger Sonderstil, entdecken. 

Fächerrosetten Fachwerk
Fachwerk in Quedlinburg

Das älteste Fachwerkhaus Deutschlands

Quedlinburg ist die Stadt der Fachwerkrekorde. In der Hölle 11 steht das älteste Fachwerkhaus Deutschlands, und das ist es tatsächlich auch, obwohl das Fachwerk nicht sichtbar ist. Es befindet sich nämlich im Inneren, genauer gesagt in den Decken und im Dachstuhl. Dendrochronologische Untersuchungen bestätigen den Baubeginn um 1215-1301. Zudem gibt es eine urkundliche Erwähnung der Äbtissin Sophia aus dem Jahr 1233. Wer es erbaute und zu welchem Zeck, lässt sich leider nicht mehr sagen. Was man jedoch weiß ist, dass es im Laufe der Jahrhunderte von Kämmerern und  Stadtschreibern bewohnt wurde und auch zeitweise als Brauhof genutzt wurde.

Fachwerkmuseum im Ständerbau

Eines der ältesten Fachwerkhäuser Deutschlands und das älteste in Quedlinburg, steht in der Wordgasse 3. Das schönste ist es nicht, aber dafür ist es das eigentliche Fachwerkhighlight der Welterbestadt. Seit 1346 steht das in Ständerbauweise erbaute Gebäude am romantischen Mühlgraben und wird heute als Ständerbaumuseum genutzt. An dem Haus erkennt man wunderbar die Schwachstellen dieser Bauweise. Die 6 m hohen Ständer sind im Laufe der Zeit zur Seite gekippt. Unter anderem deshalb wurde diese Bauweise im 15. Jahrhundert von der Rähmbauweise abgelöst. Das kleine Museum ist für jeden Fachwerkfan ein Muss. Hier heißt es Kopf einziehen und das Haus erleben. In dem kleinen, schiefen Haus wird die Fachwerkbauweise anhand von Modellen, Grafiken und Originalobjekten erklärt. Ich fand vor allem die Schautafeln klasse gestaltet und sehr lehrreich. Das Gebäude ist über die zwei Stockwerke gerade einmal 48 qm groß und wurde wohl bis 1968 noch bewohnt. 

 

1997 passierte ein unfassbarer Brandanschlag mit einem Molotowcocktail auf das denkmalgeschützte Gebäude. Zum Glück wurde nicht viel durch die Flammen beschädigt und keiner wurde verletzt. Zwei Ständer mussten jedoch komplett erneuert werden. Seit dem werden abends die Fenster mit Holzplatten verriegelt. Der Täter konnte leider nicht ermittelt werden, da fehlen einem doch die Worte ! 

Adresse: Wordgasse 3

Romantischer Mühlgraben

Durch die Altstadt fließt der Mühlgraben, ein künstlich angelegter Wasserarm der Bode. Die Lage an einem fließenden Gewässer war für viele Handwerksbetriebe essenziell. Hier waren früher die  Mehl-, Öl-, und Walkmühlen ansässig, aber auch Gerber- und Badehäuser benötigten das Grabenwasser. Insgesamt sollen einst zehn Mühlen in Betrieb gewesen sein.

Adelshof am Mühlgraben

In der Wordgasse 4, nur ein paar Meter vom Mühlgraben und dem Ständerbaumuseum entfernt, findest Du den Adelshof, der auch als Fleischhof bekannt ist. Die Hofanlage besteht in seiner heutigen Form seit Mitte des 16. Jahrhunderts. Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen kann man hier im Restaurant Le Feu Flammkuchen genießen. Ob sich wohl Aschenputtel im Taubenschlag versteckt hat? Fast könnte man das meinen, denn der Hof könnte auch als Kulisse für einen Märchenfilm dienen. 

Übernachten im Hotel Maria Aurora

Hotel Maria Aurora Quedlinburg

Wenn ich eine Fachwerkstadt bereise, übernachte ich natürlich auch am liebsten in einem Fachwerkhaus. Ich schätze das angenehme Raumklima sehr und liebe es unter alten Balken einzuschlafen. Das denkmalgeschützte Fachwerkhotel aus dem 17. Jahrhundert liegt direkt unterhalb des Schlossberges und wurde als Verwaltungsgebäude des Damenstiftes erbaut. Die Gräfin Maria Aurora von Königsmarck wurde hier 1700 zur Pröpstin ernannt, zu ihrem Andenken wurde das Hotel nach ihr benannt. Die Lage ist perfekt für eine Städtereise, innerhalb nur weniger Minuten zu Fuß erreicht man alle Sehenswürdigkeiten und schönen Plätze. Das Hotel ist sehr gepflegt und im gemütlichen Landhausstil eingerichtet, das Personal sehr freundlich und hilfsbereit. Ich habe mich rundum wohl gefühlt. Im ansprechenden Frühstücksraum wird man herzlich empfangen, das Buffet ist schön zusammengestellt und bietet eine große Auswahl an leckeren und gesunden Frühstücksmöglichkeiten. Die selbstgemachte Marmelade war ganz besonders fein und schmeckte super frisch, besonders als Topping auf Naturjoghurt. Das Hotel kann ich Dir als Basis für eine Städtereise nach Quedlinburg und in den Harz nur empfehlen.

 

Adresse: Im Wasserwinkel 1a 

Info: hotel-maria-aurora.de

Quedlinburg - Ein Ausflug mit Kindern

Sehenswürdigkeiten Quedlinburg

Eine mittelalterliche Stadt wie Quedlinburg zu entdecken auch ein großes Abenteuer für Familien mit Kindern. Wie wäre eine Stadtralley extra für Kinder? Die Quedlinburg-Information hat eine vorbereitet und muss nur abgeholt werden. Um Kinder in eine Entdeckertour einzubinden, wurde ebenfalls ein Kinderstadtplan entwickelt, der mit kindgerechten Informationen spannende Stadtgeschichten vermittelt. Kindern macht es  großen Spaß die Aufgabe des Familienguides zu  übernehmen und bestimmt steuern sie auch einen der eingezeichneten Spielplätze oder Eisdielen an. Und sollten die Kleinen nach einem langen Tag müde sein, ist eine Fahrt mit der Bimmelbahn durch die Altstadt, vorbei an den schönsten Plätzen und Sehenswürdigkeiten, auch ein tolles Erlebnis.



Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt Quedlinburg, der Deutschen Fachwerkstraße und enthält Werbung.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Imke

    Liebe Nina,
    vielen Dank für die Tipps und schönen Eindrücke! Für mich geht’s ab Montag für ein paar Tage nach Quedlinburg – leider wird das Wetter eher nicht so schön sein wie bei dir… aber dafür gibt es dann die gelbe Regenjacke. 😉
    Viele Grüße
    Imke

    1. Nina

      Danke sehr Imke für dein Feedback. Ich hoffe das Wetter hat doch noch mitgemacht. Liebe Grüße

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