TOP Sehenswürdigkeiten in der Oberlausitz – Zurück auf der Umgebindehausstraße Teil 3

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[ANZEIGE] Die Oberlausitzer Umgebindehausstraße liegt im östlichsten Teil Deutschlands, im ländlich geprägten Dreiländereck Deutschland-Tschechien-Polen. Die gemütliche sächsische Region wurde stark von unseren europäischen Nachbarn und der Textilherstellung geprägt. Sie ist aber vor allem die Heimat der malerischen Umgebindehäuser, die nur in dieser Gegend zu finden sind und mit viel Leidenschaft und Engagement gepflegt werden. Die Oberlausitzer Umgebindehausstraße ist Teil der „Deutschen Fachwerkstraße“. Wir bereisten die östlichste Strecke bereits im August 2024 und verliebten uns in die heimelige Region. Da die Ferienstraße mit neuen Mitgliedsstädten bereichert wurde, machten wir uns genau ein Jahr später wieder auf den Weg in die Oberlausitz, um die neuen Mitglieder zu besuchen. 

Wenn du gerade zum ersten Mal auf meinem Blog unterwegs bist, empfehle ich dir auch den 1. und 2. Teil meines Reiseberichts zur Oberlausitzer Umgebindehausstraße zu lesen, am Ende des Beitrags findest du die Links. In diesem 3. Teil stelle ich die neuen Mitglieder mit ihren wunderschönen Umgebindehäuser vor, zeige meine Highlights der Tuchmacherstadt Zittau, erzähle von ehrenamtlichem Engagement, gebe dir kulinarische Tipps an die Hand und nehme dich mit ins Zittauer Gebirge. Ich bin mir sicher, die Oberlausitz wird dich erneut überraschen!

Inhaltsverzeichnis

Sehenswürdigkeiten auf der Oberlausitzer Umgebindehausstraße

Straßenkarte Oberlausitzer Umgebindehausstraße

Die Oberlausitzer Umgebindehausstraße ist für jeden ein lohnenswertes Ziel, der die einzigartige Volksbauweise der Oberlausitz und die Geschichte der Region kennenlernen möchte. Wer es etwas gemütlicher und ländlicher mag, ist hier genau richtig. Spektakuläre Sehenswürdigkeiten und Trubel wie in den großen touristischen Regionen Deutschlands wird man hier nicht finden. Dafür lernt man liebenswerte Menschen, Windmühlen in einer idyllischen Landschaft, informative Museen, Kunstschätze von europäischem Rang, eine UNESCO Weltkulterbestätte, die Tuchmacherstadt Zittau und die malerischen Umgebindehäuser kennen. Die Lage im Dreiländereck ist optimal, um auch mal über die Grenzen zu schauen und unsere Nachbarn zu besuchen. Auf zahlreichen Wander- und Radwegen kann man die sanft hügelige Landschaft erkunden und unvergessliche  Naturmomente erleben.

Zittau - Die Tuchmacherstadt

Die ehemalige Tuchmacherstadt Zittau wurde aufgrund ihres sichtbaren Reichtums einst „Die Reiche“ genannt.  Die lebendige Kultur- und Hochschulstadt liegt am Fuße des Zittauer Gebirges, idyllisch umgeben vom Oberlausitzer Bergland, vom Isergebirge und vom Tal der Lausitzer Neiße, schöner kann man nicht liegen. Für unsere 2. Reise auf der Oberlausitzer Umgebindehausstraße war „Die Reiche“ unsere Basis, denn Zittau ist mit seinen umliegenden Ortsteilen neues Mitglied der Ferienstraße.

Marktplatz mit Rathaus

Der Marktplatz ist mit prächtigen barocken Bürger- und Kaufmannshäusern umsäumt, die heute noch das Ausmaß des einstigen Wohlstands erahnen lassen. Im Zentrum steht das Rathaus, das an einen italienischen Palazzo erinnert und einem wirklich die Sprache verschlagen kann. Erbaut wurde es zur Zeit des frühen Historismus zwischen 1840-1845 im Stil oberitalienischer Paläste der Spätgotik und Frührenaissance. Am mächtigen Portal stehen überdimensional große Sandsteinfiguren, die Göttin der Gerechtigkeit „Themis“ und „Sophia“ als Symbol der Weisheit, es tummeln sich am Marktplatz ganz schön viele Gottheiten.

Am gegenüberliegenden Ende des Platzes steht seit 1585 der Marsbrunnen mit dem Kriegsgott „Mars“ als Brunnenfigur. Vier Putten präsentieren die Quellen des städtischen Reichtums: Früchte, Geldbeutel, Korn und Weberschiffchen.

Hotel Sonne

Das „Hotel Sonne“ am Marktplatz galt schon Anfang des 18. Jahrhunderts als vornehmstes Hotel der Stadt. Das mächtige Sandsteinportal des barocken Prachtbaus empfängt mit starken Wandpfeilern und einer leuchtenden Sonne im Zentrum. Der steinerne Torbogen ist so groß, dass einst Kutschen und Fuhrwerke problemlos in den langen Hof einfahren konnten. Bereits im 17. Jahrhundert wurden an gleicher Stelle Fremdenzimmer vermietet. 1710 erfolgte der Neuaufbau im Stil des Dresdner Barocks. Im Erdgeschoss ist das „Tourismuszentrum Naturpark Zittauer Gebirge“ (hier kannst du dich zu Unternehmungsmöglichkeiten in Zittau, zu Ausflügen ins Zittauer Gebirge und allen weiteren Fragen zu deinem Aufenthalt in der Oberlausitz beraten lassen) und im Hinterhof der traditionsreiche Filmpalast untergebracht. 

Das historische Gebäude stand lange leer, bis ein Architekt aus Görlitz und ein Amsterdamer Gastronom sich dem Haus annahmen, es komplett restaurierten und 2021 unter altem Namen wiedereröffneten. Es entstanden 15 komfortable und stylische Zimmer in vier Kategorien. Die barocken Elemente wurden behutsam erhalten und mit modernem Interior ergänzt. Alle Etagen verfügen über Außenterrassen und sind bequem mit einem Fahrstuhl zu erreichen. Das Hotel war für unsere Erkundungstouren auf der Oberlausitzer Umgebindehausstraße die perfekte Unterkunft und wir würden hier jederzeit wieder einen Urlaub verbringen.

Blick aufs Zittauer Gebirge

Zimmer mit Aussicht Von unserem stylischen Dachgeschosszimmer im Seitenflügel hatten wir eine fantastische Aussicht auf das Zittauer Gebirge und konnten jeden Abend atemberaubende Sonnenuntergänge beobachten. Das 22 m² große Komfort-Doppelzimmer ist mit einem Parkettboden, Badezimmer mit Regendusche, Schreibtisch, Sitzgelegenheit, TV, Teestation, Ankleide, Föhn, Tresor, Ventilator und kostenfreien W-LAN ausgestattet. Es stehen aber auch größere Suiten und Studios mit Blick auf den Marktplatz zur Auswahl.

Das abwechslungsreiche und liebevoll angerichtete Frühstücksbuffet ist in den ansprechenden Räumlichkeiten des hoteleigenen Restaurants Horschel gerichtet und lässt wirklich keine Wünsche offen. Jeden Morgen bekam ich das leckerste, frisch zubereitete Rührei mit Schinken an den Tisch gebracht. Zur Auswahl stehen Wurst- und Käseaufschnitte, Lachs, Würstchen, Obst, Gemüse, Antipasti, frische Backwaren, Crêpes, Kuchen und viel Feines mehr…

Adresse: Markt 9

Info: www.hotel-sonne-zittau.de

Gästekarte Oberlausitz

Eine Karte- viele Vorteile Als Übernachtungsgast in Zittau und den teilnehmenden Städten und Gemeinden erhält man kostenlos die „Gästekarte Oberlausitz“. Sie bietet viele Vorteile, z.B. freie Eintritte in Museen, Vergünstigungen bei Freizeit-, Kultur- und Erlebnisangeboten und die kostenfreie Nutzung des regionalen Nahverkehrs. Solche Angebote nutzen wir immer gerne und besuchten mit 50 % Rabatt auf den Eintrittspreis die städtischen Museen Zittau und fuhren deutlich vergünstigt mit der Zittauer Schmalspurbahn nach Jonsdorf. Weitere tolle Angebote die sich richtig lohnen:

  • Kostenfreie Nutzung des Nahverkehrs im  ZVON-Gebiet
  • Eine Freifahrt im Rodelpark Oderwitz
  • Rabatte auf die Eintritte in Schwimmbäder, Museen und Tierparks   
  • Kostenlose Führungen im Naturpark Jonsdorf und im Kloster und Burg Oybin 

Städtische Museen Zittau

Museum Kirche zum Heiligen Kreuz
Großes Zittauer Fastentuch in der Kirche zum Heiligen Kreuz

Tipp: Wenn du dir nicht die „Zittauer Fastentücher“ und die Städtischen Museen ansiehst, verpasst du einzigartige und seltene Kunstschätze von europäischem Rang! Mit den sogenannten „Fastentüchern“ wurden im Mittelalter zur vorösterlichen Fastenzeit der Chorraum einer Kirche verhüllt. Das „Große Zittauer Fastentuch“ von 1472 ist in der ehemaligen Kreuzkirche, im „Museum Kirche zum Heiligen Kreuz“ ausgestellt und hat eine unglaubliche Geschichte hinter sich. Es zeigt in 90 Feldern biblische Szenen von der Schöpfung bis zum Jüngsten Gericht. 200 Jahre lang war es in der St. Johannis Kirche in Gebrauch. Viele Jahrhunderte galt das religiöse Leinentuch als verschollen und erlebte eine beispiellose Odyssee. 1945 brachte man es zum Schutz in ein Kellergewölbe der Burgruine Oybin. Jedoch erbeuteten russische Soldaten das 8,2 x 6,8 m große Tuch und verwendeten es als Saunazelt, das muss man erstmal verdauen! Sie ließen es im Wald liegen und zum Glück wurde es gefunden, restauriert und wird heute unter strengen klimatischen Bedingungen in der weltweit größten Museumsvitrine ausgestellt. 

Friedhof der Kirche zum Heiligen Kreuz

Die gotische Kreuzkirche ist von einem sehr sehenswerten alten Friedhof umgeben. Es liegen dort hauptsächlich bekannte Zittauer Kaufmannsfamilien, wohlhabende Bürger und Adlige begraben. Die prunkvollen Grufthäuser spiegeln den enormen Reichtum der Zittauer Leinen- und Tuchhändler wieder.

Adresse: Frauenstraße 23

Öffnungszeiten: Täglich von 10-17 Uhr

Info: www.zittau.de

Museum Franziskanerkloster
Kleines Zittauer Fastentuch im Franziskanerkloster

Das „Kleine Zittauer Fastentuch“ wurde 1573 gefertigt. Es ist im „Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster“ ausgestellt, eigentlich ist es mit einer Breite von 3,40 m und einer Höhe von 4,15 m gar nicht so „klein“. Von seiner Art existieren nur noch 8 Stück weltweit. Es gilt als das einzige Fastentuch, das von einer evangelischen Gemeinde in Auftrag gegeben wurde und zeigt als zentrales Motiv die Kreuzigung Christi umrahmt von 30 Leidenswerkzeugen.

Epitaphienschatz in der Klosterkirche
Chorraum mit Hochaltar

Das Highlight in Zittau Für deinen Besuch des Museumskomplexes musst du unbedingt viel Zeit einplanen! Das „Kulturhistorischen Museum Franziskanerkloster“ ist sehr beeindruckend, sehr groß und für mich eine der schönsten Sehenswürdigkeit in der Oberlausitz. Die ehemalige Klosterkirche beherbergt eine Sammlung von ca. 80 kunstvollen Epitaphien. Wohlhabende Kaufleute, aber auch einfache Handwerker, setzten sich mit den reichverzierten Gedenktafeln ein Andenken. Der „Zittauer Epitaphienschatz“ gilt als die größte Sammlung von Bildepitaphien im mittel- und ostdeutschen Raum. Sehenswert ist auch der Friedhof im Hof mit prächtigen Gruftbauten sowie die Räume des Kulturhistorischen Museums, das die Kulturgeschichte im Dreiländereck thematisiert.

Adresse: Klosterstraße 3

Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag von 10-17 Uhr

Info: www.zittau.de

Zittau mit der SmartGuide App erkunden

Tipp: Mit dem digitalen Audioguide „SmartGuide“ kannst du ganz einfach und zu jeder Tageszeit die schönsten Ecken und Highlights der Zittauer Altstadt entdecken und erhältst Hintergrundinformationen zu den einzelnen Stationen. SmartGuide einfach im App Store oder auf Google Play kostenfrei downloaden, die gewünschte Tour auswählen und los geht’s.

Historische Fleischbänke
Baugewerkeschule

Die ca. zweieinhalbstündige und 10 km lange Tour startet am Rathaus, informiert über die wichtigsten Häuser am Marktplatz und führt u.a. zum Dornspachhaus, zur Johanniskirche, zum Salzhaus, zur farbschönen neugotischen Baugewerkeschule und zu den historischen Fleischbänken. Die in einer Passage gelegenen Verkaufsläden dienten dem Verkauf von frischen Fleischwaren und wurden in der heutigen Form 1838 errichtet. Obwohl es in vielen Städten Fleischbänke gab, sind die Zittauer die letzten erhaltenen Anlagen dieser Art.

Fleischerbastei mit Blumenuhr und Glockenspiel
Stadtbad mit Brunnensäule

Zittau ist von einer Park- und Grünanlage umgeben, die „Grüner Ring“ genannt wird und die Innenstadt umschließt. Er entstand im 19. Jahrhundert an der Stelle der früheren Stadtmauer und Befestigungsanlagen. Nachdem die Befestigungen ihre Bedeutung verloren hatten, wurden die Flächen zu einer grünen Anlage mit Bäumen, Spazierwegen, Blumenbeeten, Sitzmöglichkeiten und  Brunnen.  SmartGuide führt dich auch am „Grünen Ring“ entlang und macht Halt an der  Fleischerbastei und am Stadtbad mit korinthischer Brunnensäule.

Kulinarik und Genuss in Zittau

Ripple oder Sushi? Zittaus gastronomisches Angebot ist sehr vielfältig. Wir haben hier wirklich gut gegessen und man findet je nach Lust und Laune wirklich alles! Viele Wirtshäuser bieten leckere Heimatküche an, es gibt aber auch eine gute Auswahl an italienischen, griechischen und asiatischen Restaurants. Wer zum ersten Mal die neuen Bundesländer bereist, muss auf jeden Fall das fluffige „DDR-Softeis“ probieren, du bekommst es an mehreren Verkaufsständen in der Altstadt. Wer zu Kuchen nicht nein sagen kann, wird mit dem Oberlausitzer Kleckskuchen, Eierschecke oder Mohnstriezel glücklich. Ich kann nur empfehlen regionale Spezialitäten zu probieren, denn wann kommt man sonst nochmal in den Genuss von Stupperle, Teichelmauke oder einer erfrischenden Gurkenlimonade?

Taumii Sushi & Asia Fusion

Dreimal super! Ich habe selten so gut asiatisch gegessen wie im Taumii Sushi & Asia Fusion in Zittau. Das Ambiente ist super stylisch, das junge Team ist super freundlich und das Essen super lecker. Auf der Speiskarte findet man auch Sushi, leider esse ich keine Sushi, aber was ich auf den Tellern anderer Gäste sehen konnte, sah sehr kunstvoll aus. Ich wählte die „Taumii Vorspeisen Platte“ mit Frühlingsrollen, Gyoza, Sommerrollen, Ebi Tempura, Yakitori, Salat und Garnelen im Kartoffelmantel. Als Hauptgericht entschied ich mich für das „Taumii Curry“ mit krossem Hähnchen und dazu eine homemade Mango-Kokos-Limonade. Es war so lecker, dass wir uns entschieden auch ein zweites Mal hier zu essen.

Adresse: Innere Weberstraße 6

Info: www.taumii-restaurant.de

Wirtshaus Dornspachhaus

Tipp: Das Dornspachhaus gilt als das älteste erhaltene Bürgerhaus Zittaus, es überstand sämtliche Katastrophen. Benannt ist es nach seinem Erbauer, dem langjährigen Bürgermeister Nikolaus von Dornspach, der in dem Renaissancegebäude direkt neben der Johanniskirche im 16. Jahrhundert wohnte, Zittau zu wirtschaftlicher Macht verhalf und ein Gymnasium stiftete. Wenn das Gebäude nur erzählen könnte. Der erste frühbürgerliche deutsche Dramatiker Christian Weise schrieb hier im 17. Jahrhundert einen Großteil seiner Theaterstücke. Später beherbergte es eine Apotheke, eine Lesehalle, eine Bibliothek und ein Antiquariat. Auch war das Haus einmal der Sitz des Ratsuhrmachermeisters. 

Heimatküche im historischen Ambiente Der heutige Besitzer Henryk Haußer-Knabe bewirtet in dem historischen Wirtshaus seine Gäste mit Heimatgerichten aus dem Dreiländereck. Im Sommer sitzt man gemütlich im mit Efeu bewachsenen Arkadenhof zwischen toskanischen Säulen. Auf der Karte stehen regionale Klassiker wie „Schlesisches Himmelreich“, „Piroggen mit Sauerrahm“, „Bauernbratwurst mit Faßsauerkraut“, „Sülze mit Bratkartoffeln“, aber auch saisonale Gerichte wie „Tellerröstie mit Pfifferlingen“. Wir wählten den „Lendenbraten mit feiner Sahnesoße, Preiselbeeren und böhmischen Knödeln“ und, richtig typisch für die Oberlausitz, „Geschmorte Rippe mit Stupperle“. Es schmeckte sehr lecker und die Portionen sind mehr als reichlich. Die hausgemachte Zitronen-Gurkenlimonade „Helga“ ist auch sehr zu empfehlen!

Adresse: Bautzner Straße 2

Info: www.dornspachhaus.de

Olbersdorfer See

Freizeitoase vor den Toren Zittaus Gerade einmal 5 km ist der 60 Hektar große Olbersdorfer See vom Zittauer Stadtzentrum entfernt. Der ehemalige Tagebaurestsee ist ein beliebtes Naherholungsgebiet und wird auch oft als Tor zum Zittauer Gebirge bezeichnet. 1999 fand hier die Landesgartenschau unter dem Motto: „Landschaft nach dem Bergbau“ statt. Aufgestellte Bergbaugeräte erinnern an die ursprüngliche Nutzung. Seit der Gartenschau entstand eine sehr schöne und idyllische Freizeit- und Erholungslandschaft mit Badestrand, Campingplatz, Restaurant mit Biergarten, Boots- und Fahrradverleih, Strandkorbvermietung sowie Sportanlagen. Der See ist unter anderem auch als Austragungsort für den Triathlonwettbewerb „O-See-Challenge“ bekannt. Als wir vor Ort waren, wurde dieser gerade abgebaut und wir genossen eine Seeumrundung in der Abenddämmerung sehr. 

Café im Apfelhaus

Ein wenig wie in Bullerbü Ein Ausflug an den Olbersdorfer See lässt sich ganz wunderbar mit einer Auszeit im Café im Apfelhaus in Olbersdorf verbinden. Das herzallerliebste Café ist in einem wunderschönen Umgebindehaus mit blauem Balkenwerk beheimatet, ein wenig fühlt man sich dort wie in Bullerbü. Das Apfelhaus ist ein Wohlfühlort für die ganze Familie, der Garten bietet unter dem obstreichen Apfelbaum schattige Sitzplätze und einen Spielbereich mit Sandkasten für die Kleinsten. Herz des Cafés ist die gemütliche Blockstube mit Kachelofen, einer Spielecke und den für die Umgebindehäuser typischen Ritscheln. 

Regional & Lecker Das Angebot umfasst regionale Produkte aus Zittau und der direkten Umgebung, wie das Mehl der Bertholdmühle Oderwitz, die ich letztes Jahr schon besuchte oder das Bauernhofeis aus Oberseifersdorf. Dazu kann man zwischen Kaffeespezialitäten, hausgemachten Limonaden, feinsten Backwaren und herzhaften Snacks oder kleinen Tagesgerichten wählen. Ich entschied mich für die „Gemüsequiche mit Kräuterdipp“ und anschließend für das himmlische Himbeertörtchen, sehr lecker und in der heimeligen Umgebung schmeckt alles noch viel besser! Da das Café sehr gut besucht ist, empfehle ich unbedingt einen Tisch rechtzeitig zu reservieren.

Adresse: August-Bebel-Straße 136, 02785 Olbersdorf

Info: www.cafe-im-apfelhaus.de

Zittau - Ortsteil Dittelsdorf

Wie aus dem Bilderbuch Ein malerischer Ortsteil mit vielen gepflegten Umgebindehäusern der Stadt Zittau ist das kleine Dittelsdorf. Das Umgebindedorf liegt idyllisch eingebettet zwischen den Hängen des Steinbergs und Buchbergs nur 10 km von Zittau entfernt und kann auf eine über 650-jährige Geschichte zurückblicken. Die meisten Umgebindehäuser entstanden im 17., 18. und 19. Jahrhundert und die Handweberei war lange Zeit die wichtigste Einnahmequelle. Wir verbrachten einen ganzen Tag in dem lauschigen Ort und erkundeten auf dem Denkmalpfad die über 110 pittoresken Umgebindehäuser, besuchten das sehenswerte „Museum Dittelsdorf“ und genossen feine Heimatküche im Gasthof Dittelsdorf.

Museum Dittelsdorf

Geschwungene Fensterrahmen und historischer Schützenadler

Eines der schönsten! „Von der Wiege bis zur Bahre – Vom Leben auf dem Dorfe in früherer Zeit“ heißt die Dauerausstellung in dem vereinsgeführten Museum, das in einem der schönsten Umgebindehäusern der Oberlausitz untergebracht ist. Ich schätze solche Heimatmuseen immer sehr, denn man kann die einzigartige Volksbauweise hautnah erleben und kennenlernen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde das Haus 1582, die wunderschön geschwungenen Fensterrahmen stammen von 1775. 

Die ungeschönte Wahrheit Die Ausstellung erstreckt sich über zwei Etagen und informiert ungeschönt anhand original Exponate über das frühere Leben in Dittelsdorf und im Umgebindehaus. Das Leben eines einfachen Webers begann und endete meistens im selben Haus, oft sogar in der selben Stube. Hier stand die Wiege, hier wurde gegessen, gearbeitet und gestorben, ein sich wiederholender Kreislauf. Die Ernährung war karg und vitaminarm. Der tägliche Speiseplan bestand häufig nur aus Brot mit Butter, Pellkartoffeln mit Salz und Butter, Mehlsuppe, Milchkaffee aus Gerste und selten Schweinefleisch. So wog ein durchschnittlicher Weber 50 kg und die Frau um die 40 kg. Für die Landwirtschaft waren sie zu schwach und sie litten häufig unter Rachitis und Skoliose. Aufgrund der Mangelernährung konnten Frauen nur 1-2 Monate ihre Kinder stillen, die Säuglingssterblichkeit war demzufolge sehr hoch. Romantisch war das Leben sicherlich nicht!

Virtueller Rundgang durch das Museum

„Virtuell“ ist die Zukunft! Um das Museum für die Zukunft fit zu machen, wird es aktuell umgestaltet und es können bis auf weiteres leider keine Öffnungszeiten oder Führungen angeboten werden. Dafür kann man jedoch einen virtuellen Blick in das Haus werfen. Das Informationszentrum Umgebindehaus der Hochschule Zittau/Görlitz hat 360° – Rundgänge durch besonders interessante Umgebindehäuser erstellt. Das Museum Dittelsdorf ist mit dabei, schau gerne mal rein und begib dich auf virtuelle Erkundungstour:  www.umgebindehaus.hszg.de.

Dorfführungen

Über das Museum sind thematische Dorfführungen für Gruppen ab 10 Personen buchbar. Bei Interesse einfach per E-Mail eine Anfrage an den Vereinsvorsitzenden Wieland Menzel stellen. Auf dem etwa eineinhalbstündigen Rundgang wird u.a. auf die Entstehung der Umgebindehäuser eingegangen, die ältesten und jüngsten Häuser thematisiert, allgemeines Wissen rund um die Volksbauweise vermittelt und man lernt dabei auch die schönsten Ecken des verwinkelten Dittelsdorfs kennen.

Adresse: Hirschfelder Straße 31

Kontakt: Wieland Menzel
Tel. 035843-22839  
E-Mail: dittelsdorf@t-online.de

Auf dem Denkmalpfad Dittelsdorf erkunden

Tipp: Auf dem Denkmalpfad kannst du das idyllische Dittelsdorf auf eigene Faust und in deinem Tempo erkunden. Um die 110 Umgebindehäuser sind bis heute erhalten geblieben, viele sind von malerischen Bauerngärten mit fruchtreichen Obstbäumen und blühenden Sträuchern umgeben, es gibt viele romantische und verträumte Ecken zu entdecken. Folge einfach den grünen Pfeilschildern, an vielen Häusern sind auch Informationstafeln angebracht. Große Sehenswürdigkeiten wirst du in Dittelsdorf nicht vorfinden, dafür aber ein idyllisches Dorf das zum spazieren und die Volksbauweise Umgebindehaus entdecken einlädt.

Gasthof Dittelsdorf

Leckere Heimatküche & herzlicher Service Für eine Pause kannst du im gemütlichen Gasthof Dittelsdorf einkehren und regionale Heimatküche genießen. Die Gaststätte wird von Paul Runge und Jonas Ehrentraut geführt und hat von Freitag bis Dienstag geöffnet. Informiere dich bitte aber sicherheitshalber vorher über die genauen Öffnungszeiten. Ich wählte als Vorspeise eine kalte Gurkensuppe, der Klecks Créme fraîche macht die erfrischende Suppe richtig cremig! Als Hauptgericht entschied ich mich für das Hirschgulasch, das in der Oberlausitz mit böhmischen Semmelknödeln serviert wird. Auf der Karte findest du viele regionale Klassiker wie Würzfleisch, geschmorte Ochsenbäckchen, gepökelte Rinderzunge, Hähnchenroulade oder Kasselerbraten.

Adresse: Dorfstraße 13

Info: www.gasthof-dittelsdorf.de

Zittau - Ortsteil Hirschfelde/Rosenthal

Hirschfelde-Rosenthal
Miniatur-Umgebindehaus auf dem Marktplatzbrunnen

Der Zittauer Ortsteil Hirschfelde/Rosenthal befindet sich unweit der polnischen Grenze an der Lausitzer Neiße. Durch seine Lage am Rand des Zittauer Gebirges und im Neißetal ist Hirschfelde ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren. Besonders der Oder-Neiße-Radweg und der Zittauer Jakobsweg führen durch bzw. in Ortsnähe entlang. Beliebt sind auch Wanderungen zum künstlichen Wasserfall im Kemmlitztal oder entlang der Neiße zum Kloster Marienthal. Sehenswert ist vor allem der historische Ortskern mit seinen zahlreichen traditionellen Umgebindehäusern, der ev. St. Peter und Paul Kirche und dem denkmalgeschützten Pilgerhäusl. Das 300 Jahre alte Umgebindehaus steht auf dem Gelände einer ehemaligen Niederlassung des Johanniterordens. Die Johanniter hatten hier bereits vom 14. bis zum 16. Jahrhundert eine Kommende. Zwischen 2010 und 2013 wurde es denkmalgerecht und ökologisch saniert und 2014 als Pilgerherberge eröffnet.

Pilgerhäusl

Städtlein Hirschfelde Die Geschichte Hirschfeldes reicht weit zurück. Die Kirche wurde bereits 1299 geweiht, während der Ort 1310 erstmals urkundlich in Erscheinung tritt. Im Mittelalter hatte Hirschfelde zeitweise den Status einer Stadt beziehungsweise eines „Städtleins“. Im Laufe seiner Geschichte wurde Hirschfelde mehrmals von Kriegen, Bränden und Plünderungen heimgesucht. Über Jahrhunderte waren Handwerk und Landwirtschaft wichtige Bestandteile des Lebens. Besonders die Leinenweberei spielte auch hier eine große Rolle. Bereits im Jahr 1557 wird die Leinenweberei in Hirschfelde erwähnt und im 18. Jahrhundert gab es im Ort zahlreiche Hauswebstühle. Später entwickelte sich Hirschfelde zunehmend zu einem wichtigen Industriestandort. 

Vorlaubenhäuser

3 von 9 In Hirschfelde findest du eine sehr seltene und sehenswerte Bauart an Umgebindehäusern. Am Marktplatz stehen 3 von weltweit nur noch 9 erhaltenen „Vorlaubenhäusern“. Sie wurden hauptsächlich im ländlichen Raum östlich der Elbe, aber auch in der Lausitz erbaut und sind mit mindestens einem überdachten Bogengang an einer Hausseite versehen. Einst waren hier Schmiede, Handwerker und Händler ansässig. Die Häuser sind in sehr schlechtem Zustand und müssen gerettet werden. 

Visionen und fleißige Helfer Der Verein „Zukunft Hirschfelde i.G.“ setzt sich mit Unterstützung verschiedenster Förderer für den Erhalt der einzigartigen Häuser ein und realisiert gleichzeitig die Idee eines zentralen Treffpunktes für die Gemeinde. Die Häuser sollen ein Ort der Kultur, des Gemeindelebens, der Verständigung und des Dialogs werden. Regelmäßig kommt man zum Vorlaubenplausch zusammen, dann werden Bierbänke in den Lauben aufgestellt, es wird gegrillt, das Beisammensein genossen und Zukunftspläne geschmiedet. Wir trafen uns mit den Vereinsmitgliedern Herrn Krusekopf und Herrn Hempel und konnten uns ein Bild über ihr Engagement und die schützenswerten Häuser machen. Vor den zwei Denkmalschützern liegt noch ein langer Weg, wenn du sie dabei unterstützen und begleiten möchtest, findest du Informationen auf www.zukunft-hirschfelde.de

Zittau - Ortsteil Wittgendorf

Dorfkirche Wittgendorf

Ländliche Idylle Wittgendorf liegt zwischen Zittau und Hirschfelde und zählt zu den Ortsteilen Zittaus, die von Umgebindehäusern und der Leineweberei geprägt sind. Das Dorf wurde 1322 erstmals urkundlich erwähnt und 1405 als Rittersitz bezeichnet. Man geht davon aus, dass ein adliger Herr über die bäuerliche Siedlung herrschte. Historisch und kulturell bedeutend sind die Dorfkirche, die den Mittelpunkt des Gemeindelebens darstellt, als auch das Dorfgemeinschaftshaus „Galerie Alte Schule“, das sich zu einem beliebten Treffpunkt und Ausstellungsort mit regionalem Bezug entwickelt hat. 

Zittau - Ortsteil Schlegel

Pittoresk Im ruhigen Zittauer Ortsteil Schlegel scheint die Zeit etwas langsamer zu laufen. Das idyllische Dorf liegt im Tal des Kemmlitzbaches und ist von sanften Hügeln, Wäldern und Wiesen  umgeben. Wie die meisten Dörfer in der Oberlausitz gibt es auch hier keinen klassischen Ortskern, sondern die Häuser liegen zum Großteil entlang der 4,5 Kilometer langen Dorfstraße. Die knapp 1.000 Einwohner sprechen eine Sonderart der Oberlausitzer Mundart, in der Vokale geschluckt werden, so sagt man hier z.B. zur Eidechse „Eidechs“. Zur Entstehungsgeschichte ist nicht viel bekannt, wahrscheinlich kamen fränkische und schwäbische Siedler und ließen sich hier nieder. Die erste urkundliche Erwähnung findet sich 1287, als Schlegel an das Kloster St. Marienthal abgetreten wurde. Wie auch in Dittelsdorf lebte man viele Jahrhunderte hauptsächlich vom Ackerbau und der Hausweberei.

Raus in die Natur Rund um Schlegel verlaufen zahlreiche Feld- und Waldwege. Besonders schön sind Touren Richtung Schlegelberg oder in den Klosterwald. Von den Höhen genießt man Ausblicke auf das Zittauer Gebirge und bei gutem Wetter bis nach Polen und Tschechien. Das Naherholungsgebiet Schlegler Teiche eignet sich für entspannte Spaziergänge, Naturbeobachtungen und Picknicks. Entlang der Dorfstraße entdeckt man so manches liebevoll dekorierte und gepflegte Umgebindehaus. 

Cunewalde

Eine Gemeinde mit vielen Rekorden Im staatlich anerkannten Erholungsort Cunewalde im Landkreis Bautzen kannst du einen ganzen Tag verbringen, in die Welt der malerischen Umgebindehäuser eintauchen und dabei eine idyllische Gemeinde und die abwechslungsreiche Natur der Oberlausitz kennenlernen. Cunewalde liegt mitten im Lausitzer Bergland, wunderschön eingebettet zwischen den Gebirgen Czorneboh, Hromadnik und Bieleboh. Die Gemeinde glänzt mit einigen Rekorden. Mit einer Länge von 11 km ist es das längste Dorf Deutschlands, die Kirche gilt als die größte Dorfkirche und ist absolut sehenswert! Cunewalde hat die besten Voraussetzungen für eine Auszeit im Grünen. Der teichreiche Polenzpark lädt zu Spaziergängen auf malerischen Wegen ein, das Erlebnisbad sorgt in den Sommermonaten für Erfrischung, abwechslungsreiche Veranstaltungen im Haus des Gastes „Blaue Kugel & Dreiseitenhof“ bieten Unterhaltung und auf den zahlreichen Wander- und Radwegen genießt man die malerische Natur der Oberlausitz.

Cunewalde wurde im 13. Jahrhundert als Waldhufendorf von fränkischen und thüringischen Siedlern gegründet. Sie fanden optimale Siedlungsbedingungen vor und bauten ihre Häuser entlang des Cunewalder Wassers, einem 11 km langen Bach, der durch den Ort fließt und in die Spree mündet. Lange lebte man nur vom Ackerbau, bis durch böhmische Glaubensflüchtlinge die Leineweberei Fuß fasste. Das Cunewalder Leinen war für seine hohe Qualität bekannt und sicherte zumindest ein einfaches Leben. 

Umgebindehaus-Park Cunewalde

Tipp: Ein Highlight für jeden Fachwerk- und Umgebindehausliebhaber ist der Umgebindehaus-Park Cunewalde. Der Miniaturpark befindet sich mitten im Ort vor der Dorfkirche und ist ab Ostern bis Ende Oktober ganztägig kostenlos und barrierefrei zugänglich, jedoch freut sich die Gemeinde über eine kleine Spende für den Erhalt des Parks. Es werden auch Gruppenführungen organisiert, einfach direkt bei der Tourist Information Tel. 035877-80888 oder per E-Mail  touristinfo@cunewalde.de anfragen.

Paten gesucht! Im Miniaturpark sind 19 originalgetreue Modelle einzigartiger Umgebindehäuser der Oberlausitz im Maßstab 1:5 ausgestellt. Die niedlichen Häuschen sind liebevoll gestaltet und teilweise von kleinen Gärtchen und Minibäumen umgeben, ein richtiger Umgebindehaustraum. Informationstafeln informieren über die Besonderheiten der Häuser, ihren ursprünglichen Standort und ihre Geschichte, aber auch über die traditionelle Volksbauweise der Oberlausitz. Aktuell werden Paten für die einzelnen Häuser gesucht, die ähnlich wie bei Patenschaften in Tierparks, finanziell helfen sollen, den Park und die Modellhäuser zu erhalten. Die Spender werden auf Patentafeln sowie auf der Website genannt. Solltest du Lust und die Möglichkeit haben, den Park zu unterstützen, melde dich gerne bei der Gemeindeverwaltung.

Adresse: Schloßkellergasse 4

Info: www.gemeindeverwaltung@cunewalde.de. 

Dorfspaziergang

Nachdem du in die Welt der Miniatur-Umgebindehäuser eingetaucht bist, kannst du auf einem Spaziergang durch den Ort wunderschöne „echte“ Umgebindehäuser, wildromantische Gärten und zauberhafte Gassen entdecken. An vielen Häusern hängen die weltberühmten Herrnhuter Sterne, die ich dir bereits in Teil 2 vorgestellt habe. Besonders schön ist der Weg entlang des  Cunewalder Wassers in Richtung Dorfkirche, diese sehen wir uns als nächstes an.

Dorfkirche Cunewalde

Die barocke Dorfkirche kannst du nicht übersehen, ihr Kirchturm ist mit einer Höhe von 62 m schon von weitem zu erkennen. Die imposante Kirche gilt als die größte evangelische Dorfkirche Deutschlands und bietet 2632 Sitzplätze, die Hälfte der Einwohner findet hier Platz! Sie ist für das beschauliche Cunewalde wirklich riesig, die Sitzplätze verteilen sich im Saal und den drei Emporen. Die Kirchengemeinde hat eine ganz eigene, besondere Weihnachtstradition. Seit mehr als 200 Jahren feiert sie an Heiligabend anstatt eines Krippenspiels den „Lichterzug“. Die Tradition hat ihren Ursprung auch in der Leineweberei, denn die Familien waren zu arm für einen echten Christbaum und bauten sich eine Lichterpyramide aus Holz. Bis heute gibt es noch um die 50 dieser wunderschönen Pyramiden. Begleitet von einem doppelchörigen „Hosianna“ werden sie mit je 10-15 Kerzen bestückt von den Konfirmanten in die abgedunkelte Kirche getragen. Dann erleuchten über 600 brennde Kerzen den Kirchensaal und läuten Weihnachten ein.

Adresse: Kirchweg 3

Kraftfahrzeug- und Technik-Museum Cunewalde

Das Kraftfahrzeug- und Technik-Museum liegt neben dem Informationszentrum des Ortes, dem „Haus des Gastes – Blaue Kugel“, in der großen Scheune des denkmalgeschützen Dreiseitenhofes. Das gepflegte Areal lohnt sich zu erkunden. Das Spezialmuseum wird von den ehrenamtlichen Mitgliedern des Oberlausitzer Kfz.-Veteranen Club e.V. eingerichtet und betreut und hat in den Sommermonaten an den Wochenenden geöffnet.

N-Ostalgie Auf ca. 450 m² sind ca. 70 Oldtimer und technische Geräte der Baujahre 1910 bis 1980 ausgestellt und lassen die Herzen eines jeden Technik- und Automobilfans höher schlagen. Die Exponate sind liebevoll in Straßenszenen mit einer Tankstelle, einer Werkstadt oder zwischen alten Straßen- und Werbeschildern in Szene gesetzt. Im 1. Obergeschoss findet man Vorkriegsfahrzeuge der Marken Auto Union oder Zündapp, im Dachgeschoss die typischen DDR-Marken Simson und Trabant. Interessant ist auch im Erdgeschoss der Themenbereich zum ehemals größten Betrieb, dem Motorenwerk Cunewalde. Zu diesem gibt es eine kuriose Geschichte, es war nämlich ein Kartoffelstampfer, der nach dem 2. Weltkrieg die Russen davon abhielt das Motorenwerk zu demontieren.

Adresse: Czornebohstraße 2

Öffnungszeiten: Mai-Oktober samtags und sonntags von 13:30- 17 Uhr

Eintritt: Erwachsene 5 €, Kinder 1 €, unter 6 Jahren ist der Eintritt frei 

Info: www.oldtimermuseum-cunewalde.de

Bergbaude Naturresort Bieleboh

Tipp: Nur wenige Autominuten von Cunewalde entfernt liegt der Berg Bieleboh, einen Besuch solltest du unbedingt einplanen. In prähistorischer Zeit sollen dort heidnische Zeremonien stattgefunden haben. Auf seinem Gipfel befindet sich ein lohnenswertes Ausflugsziel, die Bielebohbaude und der 21 Meter hohe Aussichtsturm, von dem man eine fantastische Aussicht auf die malerische Landschaft der Oberlausitz mit ihren sanften Hügeln, kleinen Wäldern und großen Feldern hat. Der sagenumwobene Berg liegt auch auf der Route des Oberlausitzer Bergweges, der vom Töpferort Neukirch bei Bautzen in 6 Etappen über den Naturpark Zittauer Gebirge nach Zittau führt. 

Im rustikalen Bergrestaurant „Naturresort Bieleboh“ kannst du feine Küche und hausgemachte Limonade genießen und zwischen hohen Nadelbäumen auf der idyllischen Außenterrasse die Seele baumeln lassen. Es werden auch Übernachtungsmöglichkeiten angeboten. Auf der Speisekarte findet man eine Mischung von regionalen und internationalen Spezialitäten. Ich wählte als Vorspeise mit Frischkäse gefüllte „Kartoffeltaschen auf Salat mit Joghurtdressing“. Bei den warmen Temperaturen hätte dieses leichte und schmackhafte Gericht als Hauptspeise vollkommen ausgereicht. Aber ich hatte noch den beliebten und sehr leckeren Klassiker „Bielebohschnitzel mit Preiselbeeren und lauwarmen Gurken – Perlkartoffelsalat“ bestellt, leider habe nicht alles geschafft aber trotzdem sehr genossen!

Adresse: Bielebohstraße 18, 02736 Beiersdorf

Info: www.bieleboh.de

Ausflug nach Jonsdorf

Auf einer Reise entlang der Oberlausitzer Umgebindehausstraße darf ein Ausflug ins Zittauer Gebirge nicht fehlen. Wir lernten bereits auf unserer ersten Reise den Kurort Oybin kennen und ich schwärme immer noch von der imposanten Burg- und Klosterruine auf dem gleichnamigen Felsen. Nun stand ein Ausflug zum Nonnenfelsen im Luftkurort Jonsdorf auf dem Programm. Jonsdorf ist ebenfalls gut mit der Schmalspurbahn von Zittau aus zu erreichen, die Fahrt mit der Nostalgiebahn ist ein einzigartiges Erlebnis, das du unbedingt mit einplanen solltest. Jonsdorf liegt idyllisch eingebettet zwischen den Bergen Lausche und Hochwald an der Grenze zu Tschechien und bietet neben bizarren Felsformationen, malerischen Tälern und urgemütlichen Umgebindehäusern auch abwechslungsreiche Unternehmungsmöglichkeiten für Groß und Klein. Ein Besuchermagnet ist das Schmetterlingshaus, in dem über 400 Schmetterlingsarten, aber auch Reptilien, Schlangen und Spinnen untergebracht sind. Die Familienabenteuerwanderung Steinzoo ist gerade bei Familien sehr beliebt. Das Mädchen Freda und ihre Freunde begleiten zu bizarren Felsformationen, die an Teekannen, Nashörner oder eine brütende Henne erinnern.

Nonnenfelsen

Gut ausgeschilderte Wanderwege
Gondelteich

Am südöstlichen Ortsrand liegt die Jonsdorfer Felsenstadt mit dem sogenannten Nonnenfelsen. Namensgebend sind die speziellen Formen der Sansteinfelsen, die schon so manchen an Nonnen in Gewand und Habit erinnerten. Falls du mit dem Auto anreist, findest du Parkmöglichkeiten am Gondelteich. An der beliebten Ausflugsgaststätte werden Ruderboote verliehen, Kinder können sich auf einem Abenteuerspielplatz austoben und der „Schwerdtner´s Eisgarten“ bietet aus eigener Produktion hergestelltes Softeis an. Perfekt, um sich vor oder nach der Wanderung zu stärken! Die Wege sind sehr gut ausgeschildert, folge einfach dem grünen Punkt. Beachte bitte, dass für den ca. 30 minütigen Aufstieg eine gute Grundkondition und festes Schuhwerk zwingend erforderlich sind!

Bizarre Felsformationen
Schwarzer Gang

Über Stock und Stein Der Weg führt dich durch einen wildromatischen Wald, über Treppenstufen und wahlweise über die Felsengruppe „Zigeunerstuben“ oder die Felsengasse „Schwarzer Gang“. Dir werden viele Wanderer und Kletterer begegnen, die in den Klettersteigen die Felsen bezwingen oder wie wir, wegen der grandiosen Aussicht den Aufstieg antreten.

Oben auf der 537 m hohen Aussichtsplattform angekommen, wirst du mit einer herrlichen Aussicht bis nach Zittau belohnt. Von Anfang April bis Ende Oktober hat der Berggasthof Nonnenfelsen von Donnerstag-Montag geöffnet. Dort kannst du dich bei regionalen Spezialitäten erfrischen und stärken. Wie wäre es mit einem kühlen Eibauer Bier oder einer erfrischenden Menschel-Limonade?

Weitere Informationen über den Naturpark Zittauer Gebirge findest du auf: 

www.zittauer-gebirge.com



Dieser Beitrag enthält Werbung und entstand in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fachwerkstraße und der Oberlausitzer Umgebindehausstraße.

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