Wernigerode – Die schönsten Sehenswürdigkeiten der Fachwerkstadt am Harz

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Die bunte Fachwerkstadt Wernigerode mit seinem einmaligen Fachwerkrathaus und Märchenschloss über der Stadt, muss jeder Fachwerk- und Altstadtliebhaber gesehen haben. Die Lage direkt am Harz und in unmittelbarer Nähe zum Brocken bieten sich für tolle Ausflüge in die Umgebung an. Die schönsten Sehenswürdigkeiten, romantische Gassen und die prächtigsten Häuser Wernigerodes zeige ich Dir in diesem Beitrag.  Ich gebe Dir kulinarische Tipps und zeige Dir wo Du fürstlich übernachten kannst. 

Inhalt

900 Jahre Geschichte am Fuße des Brockens

Vor ungefähr 900 Jahren begann am Fuße des Brockens die Geschichte Wernigerodes. Auf dem Klint, einem leichten Hügel hinter dem historischen Rathaus, begann die erste Besiedlung.  Es entstand dort eine Wasserburg, für die wahrscheinlich Wald gerodet werden musste, daher der Name-rode. Die Herrschaft der Grafen zu Wernigerode begann und 1229 erhielt die Stadt das Stadtrecht, welches viele Privilegien brachte, wie das Recht Markt zu halten, von den Händlern Steuern zu erheben und Recht zu sprechen.  Ein neues Stadtviertel entstand ebenfalls. In der Neustadt siedelten hauptsächlich Ackerbürger an. Nach dem Tod von Graf  Heinrich übernahmen 1429  die Grafen von Stolberg die Herrschaft. 

Verheerende Stadtbrände

Das Stadtbild Wernigerodes ist bis heute durch die Vielzahl an verheerenden Stadtbränden geprägt. Nach den zerstörenden Bränden wurden die Straßen breiter angelegt, daher wirken die Straßen eher großstädtisch und nicht so verwinkelt gewachsen wie andere alte Fachwerkstädte. Nach dem Dreißigjährigen Krieg füllte man die Gefache der Fachwerkhäuser mit Ziegelsteinen, anstatt mit Lehm-Strohgemischen wie früher üblich.  Zwischen die Häuser wurden Brandmauern gezogen, um das Übergreifen von Flammen auf Nachbargebäude zu verhindern.  Der erste Brand wurde 1326 auf dem Klint erwähnt. Große Teile der Altstadt fielen 1455 den Flammen zum Opfer. Besonders schlimm wüteten Feuer im Jahr 1528, 1751 und 1847. Da viele alte Fachwerkhäuser im Laufe der Jahrhunderte verbrannten, sind die meisten der bis heute erhaltenen Gebäude im Zeitalter des Barocks entstanden. Der Dreißigjährige Krieg brachte ebenso Feuerbrünste und Plünderungen über die Stadt. Vermeintlichen Hexen wurde der Prozess gemacht und die Pest fand ihren Weg an den Harz.  Wernigerode hat im Laufe seiner Geschichte stark gelitten, stand aber immer wieder wie der Phoenix aus der Asche auf.

Wernigerode - Mitglied der Deutschen Fachwerkstrasse

Wernigerode ist mit seinen über 600 Fachwerkhäusern Mitglied der bekannten Ferienstraße Deutsche Fachwerkstraße. Diese ist unterteilt in acht Teilstrecken und verläuft von der Elbe im Norden bis runter an den Bodensee. Wernigerode liegt an der Strecke von der Elbe bis zum Harz. Insgesamt haben sich 121 Fachwerkstädte zusammengeschlossen um sich auszutauschen, gemeinsam zu präsentieren und unser Kulturgut Fachwerkbau zu bewahren. 

Info: deutsche-fachwerkstrasse.de

Das Rathaus

Eines der schönsten Fachwerkhäuser Deutschlands steht in Wernigerode am Marktplatz. Das Rathaus lockt mit seiner märchenhaften Gestalt Touristen aus der ganzen Welt an. 450 Brautpaare geben sich jedes Jahr in dieser romantischen Kulisse das Ja-Wort. Erbaut wurde das einzigartige Gebäude ursprünglich als gräfliches Spielhaus. Erwähnt wurde es erstmals 1277 und man findet die unterschiedlichsten Verwendungen, z.B. als „Dinghaus“, „Kaufhaus“ oder „Gimnasium“, eine Bezeichnung für ein Haus in dem unehrliche, fahrende Spielleute und Gauckler auftraten. Später wurde es unterkellert und Wein für die Ratswirtschaft eingelagert, es hieß nun „Haus auf dem Weinkeller“. 

1427 schenkten die Wernigeröder Grafen das Spielhaus den Bürgern. Diese bauten es im Laufe der Jahrhunderte immer wieder um. Ende des 15. Jahrhunderts erhielt es seine heutige einzigartige Form und Aussehen. Nach einem großen Stadtbrand 1528 wurde es zu dem heutigen Rathaus umgebaut, da das alte verbrannt war. Die Fassade musst Du Dir unbedingt genauer ansehen. Es gibt so viel faszinierende Schnitzkunst und Details zu entdecken. Die Knaggenfiguren zeigen Figuren des Karnevals, Wernigeröder Handwerker und Heilige. Drachen dienen als Wasserspeier, die Renaissance Erker sind richtig märchenhaft und viele typische Fachwerkelemente zieren das Gebäude.

Der Marktplatz mit Wohltäterbrunnen

Der ganze Marktplatz ist umsäumt von sehr großen Fachwerkgebäuden. In der Mitte steht der Wohltäterbrunnen. 1848 wurde er im Stil der Neugotik gegossen und ist allen Wohltätern der Stadt gewidmet. Das älteste Gebäude am Markt ist das Hotel Gothisches Haus von 1538. 

Café am Markt

Deutschlandweit bekannt ist das Café Wiecker. Es liegt direkt am Marktplatz. Seit 1636 versüßt Familie Wiecker Wernigerode. Und das schmeckt man. Ob Baumkuchen, Stollen, Eis, Torten oder saisonale und regionale Menüs, beim Vizepräsident des Deutschen Konditorenbundes Michael Wiecker schmeckt es wirklich und ich kann Dir das Café mit Blick auf das Rathaus nur empfehlen. Er ist ebenfalls der Landesinnungsmeister der Konditoren in Sachsen-Anhalt und seine Konditorei wurde schon zweimal  als beste in Sachsen – Anhalt ausgezeichnet. Mit Angela Merkel schnitt er schon gemeinsam eine Torte an. Ich saß öfter hier für einen Kaffee oder Mittagessen und wurde von einer sehr lieben Kellnerin so herzlich bedient. Servicewüste Deutschland? Trifft hier definitiv nicht zu! Ich werde auf jeden Fall wieder hier Kuchen essen und ich hoffe Du auch!

Info: cafe-wiecker.de

Leckere Mozarttorte

Tourist - Information

An der Ostseite des Rathauses befindet sich die Tourist Information. Ist sie nicht ebenfalls wunderschön? So bunt wie Wernigerode und märchenhaft wie der Harz!? Die Fassade wurde nachträglich dem Rathaus angepasst, nur der reichverzierte Renaissance-Erker ist original von 1584. Er wird auch Bürgermeistererker genannt, da dieser dort tatsächlich sein Büro hat. 

Ich kann Dir nur empfehlen die Tourist Information zu besuchen. Du wirst überrascht sein, wie viele Mitarbeiter dort arbeiten. Sie beraten Dich sehr gerne, helfen bei Buchungen und geben Tipps, die Du sonst nicht erhalten würdest. 

Vor der Tourist Information ist auch der Treffpunkt für viele Stadtführungen. Die tägliche Stadtführung „1000 Schritte rund ums Rathaus“ um 10.30 Uhr kann ich Dir nur empfehlen.

Info: wernigerode-tourismus.de

Renaissance -Erker von 1584

Café Wien Wernigerode

Eines der schönsten Fachwerkhäuser überhaupt befindet sich nur unweit vom Rathaus. Das Café Wien in der Breite Straße 4 ist eine kostbare Perle der Renaissance. Das 1583 erbaute Kaufmannshaus überstand die schlimmen Stadtbrände von 1751 und 1847 weitestgehend unbeschadet und konnte so seine detailreiche Fassade erhalten und diese musst Du Dir unbedingt genauer ansehen. Palmetten, Schiffskehlen, Wappenschilder und klassische Mosaikfenster pimpen das Gebäude zu einer echten Schönheit auf. Das Café ist auch von Innen sehenswert. Eingerichtet im Stil der Neurenaissance kannst Du hier in phantastischen Ambiente eine kurze Auszeit genießen und Dich von Familie Siegemund verwöhnen lassen. Denn seit 1897 werden hier feine Torten, Kaffeespezialitäten und Frühstück angeboten und der Name ist Programm.

Adresse: Café Wien, Breite Gasse 4, 38855 Wernigerode

Info: caféwienwernigerode.de

 

Kochstrasse

Meine Lieblingsgasse im wunderschönen Fachwerkparadies Wernigerode ist die alte Handwerkergasse Kochstraße. Früher wurde sie auch Tescherstraße, von Taschenmacherstraße abgeleitet, genannt. Hier spazierte ich an meinem ersten Morgen in Wernigerode als erstes durch. Die meisten Häuser sind in Fachwerkbauweise  gebaut, ich genoss die Ruhe am Morgen sehr. Am Ende findest Du auch ein besonderes Fachwerkhighlight, das kleinste Haus in Wernigerode.

Das kleinste Haus in Wernigerode

Das kleinste Haus in Wernigerode wurde 1792  in eine Baulücke zwischen zwei bereits bestehenden Häuser, ohne Giebelwände gebaut. Es ist nur 4,20 m hoch, 2,95 m breit und wer größer als 1,70 m ist, muss den Kopf einziehen, um durch die Eingangstüre zu kommen. Bis 1976 lebte hier alleine eine alte Dame. Sie wuchs in dem Haus mit ihren Eltern und weiteren 6 Geschwistern, sowie gelegentlichen Untermietern auf. Der Vater war ein Schuhmacher , vor ihnen lebten auch Tuchmacher und Röhrenbohrer in dem Haus.  Da fragt man sich natürlich, wie der Alltag mit so vielen Personen funktionierte. Es ist düster und sehr beengt in dem Haus. Im Erdgeschoss befindet sich die Küche, über eine sehr schmale Leiter gelangt man in das Obergeschoss, welches als Wohnstube genutzt wurde. Geschlafen wurde unter dem Dach auf dem Kriechboden der gerade einmal 1 m hoch ist. Ich stelle mir dies gerade im Sommer sehr schwierig vor. 

Der Eintritt in das kleinste Haus kostet 1 € und Du erhältst eine freundliche Einführung in die Geschichte des Hauses. Ausgestellt sind Alltagsgegenstände von anno dazumal.

Öffnungszeiten sind Mai bis Oktober von 10 bis 15 Uhr.

 Adresse: Das Kleinstes Haus, Kochstraße 43, 38855 Wernigerode

Das schiefste Haus in Wernigerode

In Wernigerode gibt es viele sehenswerte Fachwerkhäuser. Außer dem kleinsten Haus kannst Du auch das schiefste Haus besichtigen. Hinter dem Rathaus an der Klintgasse 5 liegt das Haus mit dem besonderen Titel. 1680 wurde es auf die Grundmauern einer Getreidemühle aufgebaut und als Walkmühle der Tuchmacher genutzt. Das Wasser des vorbeifließenden Mühlgrabens weichte wohl den Untergrund auf und ermöglichte die Absenkung der Ostfassade um mittlerweile 7 Grad. Mit dieser Neigung ist es tatsächlich schiefer als der schiefe Turm von Pisa, dieser neigt sich dagegen nur um 4 Grad. Auf den ersten Blick fällt die Schieflage nicht auf, dafür musst Du Dir das Haus von der Seite ansehen und vor allem einen Blick in das Innere werfen. Im Haus ist ein kleines Museum und eine Galerie untergebracht. In den Räumen kannst Du das Gefälle dann richtig erleben und Deinen Gleichgewichtssinn testen. 

 

Info: museum-schiefes-haus.de

Die Neustadt

Gibt es etwas schöneres als durch Altstadtgassen zu bummeln? Für mich nicht. Abseits der großen Straßen kannst Du die kleinen niedlichen Ackerbürgerhäuser der Neustadt entdecken, wie hier auf den Bildern in der Grünen Straße.  Die Hauptgeschäftsstraße Breite Straße gehört auch zur Neustadt. Sie wurde bereits im 13. Jahrhundert zur Stadterweiterung gegründet. Die Bürger erhielten ein eigenes Rathaus, eine Kirche sowie einen Marktplatz. Mittlerweile sind Alt- und Neustadt miteinander verschmolzen und man merkt von den zwei getrennten Stadtvierteln nichts mehr. 

Krummelsches Haus

Eines der beeindruckendsten Fachwerkhäuser in der Wernigeröder Neustadt ist das Krummelsche Haus in der Breiten Straße 72. Das prachtvolle Barockhaus mit seinen üppigen Verzierungen, Ornamenten und Figuren wurde vom Kornhändler Heinrich Krummel im Jahr 1674 erbaut. Er muss sehr wohlhabend gewesen sein, denn solche Schnitzarbeiten waren extrem teuer und schon eine Angeberei. Jedoch ließ er die Fassade noch nicht komplett schmücken. Das Erdgeschoss bestand noch aus Steinmauern. Erst der Hausbesitzer Wilhelm Gerlitz , ein Seilermeister der 1861 Eigentümer wurde, ließ die gesamte Fassade verkleiden. Die Fassade ist begehrt, in den 1920 er Jahren wollte eine Londoner Firma die Fassade kaufen. Das Angebot wurde jedoch abgelehnt. Mir persönlich gefällt die Farbe des Hauses überhaupt nicht, das ist aber Geschmackssache, aber von den Schnitzereien und der Pracht des Gebäudes bin ich sehr beeindruckt. 

Das Heideviertel

Im Heideviertel lebten einst die Ärmsten der Stadt in sogenannten Buden. Es waren vor allem Tagelöhner, einfache Handwerker und Dienstpersonal, die hier um ihr  Überleben kämpften. In der Hinter-, Mittel- und Heidestraße findest Du die so herrlich bunten und schiefen kleinen Fachwerkhäuser. Jedes ist ein Unikat für sich. Das Zentrum bildet ein 500 Jahre alter Brunnen. Dort steht auch das älteste Fachwerkhaus der Stadt. Ein Ständerbau aus dem frühen 15. Jahrhundert. Das Anno 1546 kann man als Ferienwohnung mieten. 

Wernigerode - Was hast Du nur für schöne Türen

Wenn Du durch die Gassen bummelst, achte auch auf die bunten und reichverzierten Türen und Hoftore. Du wirst zahlreiche dieser einmaligen Schätze im Heideviertel finden. Türen üben auf viele von uns eine besondere Faszination aus. Sie trennen das Äußere vom Inneren, repräsentieren und schützen das Haus und seine Bewohner, heißen Besucher willkommen oder wirken abweisend und ungastlich. Vor allem aber sind sie das Tor in eine private Welt, in die nicht jeder Zugang und Einblick erhält.

Oberpfarrkirchhof

Ruhig und friedlich ist es am Oberpfarrkirchhof, der mit dem Klint als das Gründungsviertel Wernigerodes gilt. Genaue Informationen zur Gründung gibt es leider nicht, aber gesichert ist, dass hier eine Wasserburg die Schnakenburg genannt wurde, stand. 1121 wird diese Burg mit einem Grafen Adalbert zu Haimar in Verbindung gebracht. Wahrscheinlich musste bei der Siedlung der Wald auf dem Gebiet des Klint gerodet werden, daher der Name-rode. 1805 wurden die letzten Reste der Burg abgerissen und es ist nur noch das Gadenstedtsches Haus geblieben. Es wurde im Kern um 1480 erbaut. Seinen Namen erhielt das prachtvolle Gebäude vom Stadthauptmann  Dietrich von Gadenstedt der um 1561 zwei Gebäude am Kirchhof erwarb, zusammenfügte und um einen Fachwerkaufsatz erweiterte.  Der Oberpfarrkirchhof liegt an der einstigen romanischen Basilika St. Sylvestrikirche. Sie wurde als Grablege der Wernigeröder Grafen genutzt. Einen Blick hineinzuwerfen lohnt sich sehr, es sind einige interessante Kulturgegenstände vorhanden, wie einer der ältesten noch erhaltenen Eichenbohlenschränke Deutschlands.

Oberpfarrkirchhof
Gadenstedtsches Haus

Im Haus Oberpfarrkirchhof 12 hielt sich im Jahre 1777 Johann Wolfgang von Goethe als Gast des Pfarrers auf.

Eingang zur Demutsgasse

Zum Oberpfarrkirchhof führt die kleine Demuts-, auch Rosengasse genannt. Gerüchten nach, sollen hier die heiligen Herren der Kirche heimlich Damenbesuch erhalten haben. Ob das wohl stimmen mag?! Die Bezeichnung als Rosengasse ist wohl auch eher Ironie pur, denn nach Rosen soll es dort so gar nicht gerochen haben. 

Harzmuseum

Unweit des Schiefen Hauses auf dem Klinthügel teilen sich das Harzmuseum und die Stadtbibliothek den Gebäudekomplex an der Klint 10. Vor dem Eingang stehen die Himmelgucker, Holzskulpturen die Offenheit und die Suche nach einem gemeinsamen Sinn symbolisieren sollen. Über 16 Räume verteilt wird u. a. die Stadtgeschichte mit so tragischen Kapiteln wie die verheerenden Stadtbrände, der Bergbau in der Region, die Fachwerk- und Zimmermannskunst und die verschiedenen Handwerkszünfte und ihre Aufgaben dokumentiert. Auch der Lebensraum Harz als Quelle für den Rohstoff Holz und der Bergbau sind interessante Themen.  

 

Info: Harzmuseum.de

Mit der Pferdekutsche hoch zum Schloss Wernigerode

Lust auf eine Kutschenfahrt hoch zum Schloss?  Vor dem Museum Schiefes Haus stehen verschiedene Fuhrunternehmen bereit. Ob mit dem Planwagen zum Brocken, einer Kutsche auf das Schloss oder eine Schlittenfahrt durch den winterlichen Harz, das Angebot ist vielfältig. Es gibt keine genauen Fahrzeiten, sobald eine Kutsche besetzt ist, fährt sie los. 

Info: wernigerode-tourismus.de

Schloss Wernigerode

Über Wernigerode thront das gleichnamige Schloss mit seinen markanten Türmchen und Dächern. Ein Blick auf das Märchenschloss lässt sich von fast jeder Ecke der Stadt erhaschen. Sieht es nicht ein wenig aus wie Harry Potters Hogwarts? Das Schloss war ursprünglich eine mittelalterliche Burg, das Castrum Wernigerode, welche um 1120 erbaut wurde. Erst im 19. Jahrhundert erhielt es seine heutige Gestalt und zählt zu den schönsten Schlössern im Stil des norddeutschen Historismus. Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode veranlasste zwischen 1862 und 1885 die umfangreichen Umbauarbeiten und schuf ein wirkliches Traumschloss, von innen wie von außen. 

Leider darf in dem Schloss nur im Innenhof fotografiert werden. Dieser ist mit seinen Fachwerkelementen, Schnitzereien und Skulpturen auch sehenswert und einmalig schön. Die wahre Schönheit soll ja aber bekanntlich von Innen kommen, das trifft auch auf dieses Prachtschloss zu. Zwei Rundgänge führen durch 50 prunkvoll eingerichtete Räume in denen die Familiengeschichte des Schlossherren und Vizekanzler unter Otto v. Bismarck, dokumentiert ist. Wissenswertes über die Kaiserzeit, die Wohnkultur des deutschen Hochadels und zahlreiche Exponate der Kunst- und Kulturgeschichte ergänzen die Ausstellung. 

Besonders faszinierte mich der festliche Speisesaal. Ich habe bisher einen so beeindruckenden nicht gesehen. Gewaltige Gemälde, filigrane Holzschnitzereien und ein glanzvoller Kronleuchter bilden ein phantastisch adliges Ambiente. Alle Tapeten, Wandbehänge und Dekorationen sind aufeinander abgestimmt und für jeden Fan des Historischen ein Augenschmaus. 

Richtig toll ist das breitgefächerte Angebot an Schlossführungen. Neben der klassischen werden auch Kostüm-, Dachboden und Taschenlampenführungen angeboten. Kinder können die Märchenfee oder das Schlossgespenst besuchen.

 

Nirgends sonst hast Du eine so tolle Aussicht auf Wernigerode wie vom Schloss. Du kannst sogar den Brocken mit seinen Sendemasten sehen. Im Restaurant Schlossterrassen kannst Du bei Aussicht auf den Harz und die Stadt gutbürgerliche Küche genießen. 

Einen Tipp habe ich noch für Dich. Hinter dem Schloss liegt der Agnesberg. Von dort hast Du eine grandiose Sicht auf das Schloss. 

Info: schloss-wernigerode.de

Mit der Harzer Schmalspurbahn auf den Brocken

Am Hauptbahnhof Wernigerode kannst  Du in die berühmte Harzer Schmalspurbahn einsteigen und mit Volldampf hoch auf den sagenumwobenen Brocken fahren. Für mich war die Fahrt mit der Nostalgiebahn eines meiner absoluten Jahreshighlights und ich kann Dir den Ausflug nur ans Herz legen, denn er ist nicht nur für Eisenbahnliebhaber ein grandioses Erlebnis. Mehrmals täglich fahren die Dampflokomotiven mit ihren Nostalgiewagons von Gleis 34 über Drei Annen Hohne und Schierke durch den Harz. Die 34 km lange Fahrt dauert ca. 90 Minuten, je nach gebuchter Fahrt kann es sein, dass Du auf der Strecke den Zug wechseln musst.

Mit lautem Geknatter und Geschnaufe fährt die Bahn bergauf durch den Nationalpark bis er auf dem 1142 m hohen Brocken ankommt. Wanderer winken fröhlich von den Wanderwegen den Zügen zu und machen Erinnerungsfotos. Der Wald befindet sich aktuell im Wandel. Die vom Menschen angepflanzten Fichten-Monokulturen erweisen sich als großer Fehler und der Klimawandel setzt dem Wald schwer zu. Die Trockenheit führt dazu, dass die Bäume weniger Harz produzieren können und der Borkenkäfer nicht mehr von diesem ausgeschwemmt werden kann. Das hat zur Folge, dass er sich explosionsartig ausbreitet, die Nährstoffe in den Baumrinden wegfrisst und die Bäume letztendlich absterben.  Vereinzelte Waldbrände haben im Sommer 2022 der Region stark zu schaffen gemacht.

Stellenweise ist der Anblick des sterbenden Waldes wirklich erschreckend. Der Wald wird sich selbst überlassen, damit er sich wieder regenerieren und ein neuer Mischwald entstehen kann. Der Mensch muss nur etwas geduldig sein und die Natur, Natur sein lassen. Solange muss man den Anblick des Totholzes hinnehmen. Trotz alledem ist der Harz eine sehr beliebte und sehenswerte Urlaubs- und vor allem Wanderregion.  Das über 8.000 km lange Wanderwegnetz ist sehr gut beschildert und führt durch die phantastische Bergwildnis, vorbei an alten Mooren, bizarren Felsformationen und Naturerlebnispfaden.  

Preis: Hin- und Rückfahrt 51,00€

Info: hsb-wr.de

Angekommen auf dem Brocken

Auf dem Gipfelplateau ausgestiegen atmest Du als erstes extrem gute Luft ein. Schließlich bist Du auf dem höchsten Berg Norddeutschlands angekommen und hier windet es auch eigentlich immer. Der im Volksmund genannte Blocksberg kann mit vielen Extremen glänzen. Bei guter Sicht kann man den 230 km entfernten Fichtelberg sehen, an 262 Tagen im Jahr regnet es, die bisher höchste gemessene Windgeschwindigkeit beträgt 263 km/h und an 306,8 Tagen verhindert Nebel zeitweise die Sicht. Bereits ab September ist der erste Schneefall möglich und es bleibt oft bis in den April winterlich. 

Brockenhotel

Auf dem Brocken befindet sich auch das höchstgelegene Hotel Norddeutschlands. In einem alten Fernsehturm übernachten sehr gerne Wanderer und Liebhaber  von ausgefallenen Unterkünften. Die Aussicht aus den Zimmern muss genial sein. Auch betreibt der Deutsche Wetterdienst auf der Gipfelkuppe eine Wetterstation und die Deutsche Telekom eine der modernsten Funkbetriebsstellen in Deutschland.  

Brockenrundweg

Auf dem ca. 2 km langen Brockenrundweg kannst Du ganz leicht und entspannt um das Plateau spazieren, an Schautafeln Dich über die einzigartige Natur und seine Artenvielfalt informieren und die phantastische Aussicht genießen. Würdest Du nicht immer wieder eine nahende Brockenbahn schnaufen und pfeifen hören, wäre es total still. Einfach herrlich. Ich habe diesen Rundweg sehr genossen.

Der Berg mit seinem alpinen Klima, Flora und  Fauna, den wie wild umhergeworfenen Gesteinsbrocken, regte schon immer die Phantasie an. So sollen Hexen in der Walpurgisnacht in der Nacht auf den 1. Mai auf ihren Besen auf den Brocken reiten, um sich dort mit dem Teufel zu paaren. Goethe griff das Treiben an der sogenannten Teufelskanzel sogar in seinem Faust auf.  Halos und optische Nebeleffekte wurden als Brockengespenst gedeutet. 

Brocken Haus

Im Brockenhaus, welches früher auch zynisch die „Stasi Moschee“ genannt wurde, kannst Du Dich über die Entstehungsgeschichte des Brocken, seine einzigartige  Natur und den Klimawandel mit seinen Folgen für die Region informieren. Auch wird auf die Stasi Vergangenheit des Berges eingegangen, denn das Brockenhaus wurde als Abhöranlage der DDR genutzt und war nur für Geheimdienstler und Militärs zugänglich. Ich fand diese Ausstellung sehr interessant, da mir dieser Teil deutscher Geschichte eher fremd ist.

Info: brockenhaus-harz.de

Erbprinzenpalais Wernigerode

Hotel Erbprinzenpalais Wernigerode

Ein weiteres Highlight meiner Wernigerodereise waren meine Übernachtungen im Hotel Erbprinzenpalais in der Lindenallee 27. Die Gründerzeitvilla befindet sich am Agnesberg, direkt unterhalb des Schlosses. Umgeben von einem parkähnlichen Garten mit Seerosenteich und verschiedenen Sitzmöglichkeiten kannst Du Dich ausruhen und entspannen. Innerhalb von nur 5 Gehminuten gelangst Du in die Altstadt. Gebaut wurde die Villa 1893 im Auftrag von Fürst Otto zu Stolberg- Wernigerode, seinerzeit Vizekanzler unter Otto von Bismarck. Ab 1928 lebte sein Enkel Erbprinz Botho auf diesem fürstlichen Gelände. Das Interieur ist klassisch hochwertig und dem Gebäude angepasst.

Rezeption Hotel Erbprinzenpalais

Das zuvorkommende und super freundliche Personal tut alles, damit Du Dich rundum wohl fühlst. Das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen und verwöhnt mit selbstgebackenen Kuchen, leckeren Salaten und Fischspezialitäten. Mein kleines Deluxe Zimmer unter dem Dach fand ich zu süß. Eingerichtet mit klassischen italienischen Möbeln und einem super modernen Badezimmer, konnte ich mich richtig gut nach den ereignisreichen Tagen ausruhen. Der Preis für eine Übernachtung für 2 Personen ist auch noch günstiger als man meinen würde. Ein Standard Doppelzimmer kannst Du ab 93 € inklusive Frühstück buchen und in einem Superior Doppelzimmer kannst Du ab 108 € nächtigen.

Adresse: Hotel Erbprinzenpalais, Lindenallee 27, 38855 Wernigerode

Info: erbprinzenpalais.de

Wernigerode mit Kindern

Ist eine Städtereise nach Wernigerode auch für Familien mit Kindern geeignet? Ja klar! Nicht nur, dass Kinder sich in den alten Gassen auch in alte Zeiten zurückversetzt fühlen und das besondere Ambiente der Altstädte spüren und lieben, sondern es ist vieles für die kleinen geboten, damit die Tage abwechslungsreich gestaltet werden können und keine Langeweile aufkommt. Im gesamten Stadtgebiet gibt es zahlreiche Spielplätze, die in einem Kinderstadtplan, der bei der Tourist Info erhältlich ist oder heruntergeladen werden kann, eingezeichnet sind. Mit einem kindgerechten Stadtplan in den Händen macht eine Entdeckungstour doch viel mehr Spaß. Richtig austoben können sich die Entdeckerkids im gesamten Harz. Wie wäre z. b. eine Wanderung auf dem Löwenzahn- Entdeckerpfad bei Drei Annen Hohne oder eine Tour mit einem echten Ranger durch die Wildnis? Das Schlossgespenst von Wernigerode kann bei einer Kinderführung besucht werden und das Luftfahrt- und  Feuerwehrmuseum ist ein tolles Erlebnis für kleine Techniker. 

Miniaturpark kleiner Harz

Im Miniaturpark „Kleiner Harz“ kann die ganze Familie den Harz und Wernigerode an einem Tag erleben. Architektonische Highlights, markante Landschaften und Sehenswürdigkeiten sind in 12 Jahren detailtreuer Arbeit entstanden und in einem liebevoll gestalteten Park integriert. Auf 400 m Streckenlänge schlängelt sich die Harzer Schmalspurbahn vom nachgebildeten Bahnhof Wernigerode zum Brocken. Im angrenzenden Bürgerpark kann ausgiebig gespielt, Haustiere in einem Gehege gestreichelt und eine 3 m hohe Kletterwand erklommen werden.

Eintritt: Familientageskarte 20,00 €

Info: buerger-und-miniaturenpark-wr.de



Dieser Beitrag entstand in Zusammenarbeit mit der Stadt Wernigerode, der Deutschen Fachwerkstraße und enthält Werbung.

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